Ritot-Smartwatch: Crowdfunding-Projekt bei Indiegogo - DER SPIEGEL
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Ritot-Smartwatch: Die Uhrzeit liegt auf der Hand

Foto: Ritot

Crowdfunding-Projekt Ritot Diese Smartwatch braucht keinen Bildschirm

Das amerikanische Start-up Ritot will eine Smartwatch auf den Markt bringen, die Uhrzeit und Informationen auf den Handrücken ihres Trägers projiziert. Das Projekt hört sich ambitioniert an, der Zuspruch ist gewaltig.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Eines der großen Probleme von Smartwatches sind deren Bildschirme. Einerseits sind diese im Vergleich zu normalen Uhren zu groß, die computerisierten Zeitanzeiger wirken wie klobige Handspiegel. Anderseits sind selbst große Smartwatch-Displays noch immer zu klein, um darauf Informationen in einer nützlichen Größe darzustellen. Die junge Firma Ritot aus dem kalifornischen San Jose will diese Probleme jetzt mit einer naheliegenden Lösung gelöst haben: Ihre Smartwatch soll ganz ohne Bildschirm auskommen.

Stattdessen soll das Ritot-Gadget im Stil eines Armbands gebaut werden, das auf den ersten Blick nichts mit einer Uhr zu tun hat. Zur Darstellung von Daten und Uhrzeit soll ein sogenannter Pico-Projektor eingebaut werden, also ein winziger Beamer, dessen Licht direkt auf den Handrücken des Uhrenträgers zielt. Auf diese Weise sollen neben der Uhrzeit und dem Datum beispielsweise Nachrichten aus sozialen Netzwerken und von Nachrichtenseiten auf der Hand lesbar werden, ebenso E-Mails.

Per Smartphone-App für Android, iOS und Windows Phone kann der Nutzer zusätzlich einstellen, welche Informationen auf diese Weise auf der Hand erscheinen - und in welcher Farbe. Ohnehin scheint die Firma ihr Hightech-Gerät eher als modisches Accessoire denn als Datenlieferanten zu sehen.

Schöne Versprechen

So soll es zwei verschiedene Modelle geben. Die Sport-Variante soll komplett aus Kunststoff gebaut und in Schwarz und Weiß angeboten werden. Das erinnert vom Konzept an Fitness-Armbändern, wie sie Nike und Jawbone anbieten. Zusätzlich aber soll auch eine Bracelet genannte Version geben, die aus Aluminium und Leder in verschiedenen Farben gefertigt werden soll. Auf seiner Website  und der Indiegogo-Seite  wirbt das Unternehmen mit vielen schönen Menschen für das Gerät. Offenbar hat sich Ritot über sogenannte Stock-Fotos hergemacht und den Models das Digitalarmband per Photoshop angelegt.

Neben dem Pico-Projektor soll die Ritot-Smartwatch als weiteres technisches Schmankerl mit einer Ladestation ausgeliefert werden, die den Akku drahtlos befüllt und dabei Uhrzeit und Ladezustand anzeigt. Besonders oft sei das aber nicht nötig, verspricht das Unternehmen. Im Energiesparmodus soll die Standby-Zeit einen Monat betragen, im Projektionsmodus immer noch 150 Stunden.

Noch ist es nur ein Gedankenspiel

Abzuwarten bleibt, ob und wann die vier Mitarbeiter der Firma es schaffen, ihre selbstgesteckten Ziele zu erfüllen. Per Indiegogo-Seite sammelt das Start-up Crowdfunding-Gelder zur Finanzierung des Projekts ein. Die ersten Exemplare der Ritot-Smartwatch will die Firma Anfang 2015 an die Erstbesteller ausliefern.

Bis dahin gibt es allerdings noch viel zu tun, denn bisher ist die Ritot offenbar nicht viel mehr als eine gute Idee. Mit dem Indiegogo-Geld wollen die Gründer zunächst die Entwicklung und später die Produktion finanzieren - ein Vorhaben, das offenbar viele Menschen für möglich halten. Ihr Finanzierungsziel haben Ritot-Gründer jedenfalls schon nach einer Woche weit übertroffen. Statt der erhofften 50.000 Dollar sind bereits mehr als 130.000 auf ihrem virtuellen Konto eingelaufen - und das obwohl die Kampagne noch weitere fünfeinhalb Wochen dauert.

mak