Samsung Galaxy Note Pro: Riesen-Tablet im Test - DER SPIEGEL
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Samsung Galaxy Note Pro: Das Tablet, das fast ein Notebook ist

Foto: Matthias Kremp

Galaxy NotePro 12.2 LTE im Test Ein Tablet für Sofa und Büro

Dieses Tablet ist riesig: Mit 12-Zoll-Bildschirm, LTE-Datenfunk und einem Stift zum Schreiben auf dem Display soll Samsungs NotePro bei der Büroarbeit helfen. Im Test erweist sich das Tablet aber eher als starker Entertainer.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Als Samsung Anfang Januar die neuen Tablets der Pro-Serie auf der CES in Las Vegas vorstellte, warb das Unternehmen mit einem eindeutigen Leitsatz: "viel Leistung für produktives Arbeiten". Das Wörtchen Pro im Namen soll also darauf hinweisen, dass sich die Geräte für den Einsatz im Büro eignen. Die Preise sind ein weiterer Indikator dafür: Das von uns getestete NotePro 12.2 mit LTE-Datenfunk steht mit 899 Euro in Samsungs Preisliste.

Für dieses Geld bekommt man aber auch eine Menge Tablet. Das Display ist mit 12,2-Zoll-Diagonale weit größer als üblich und erreicht schon fast Notebook-Maße (siehe Bilderstrecke). Das macht sich natürlich beim Gewicht bemerkbar. 750 Gramm mögen für diese Größe nicht viel sein, sorgen aber dafür, dass man das NotePro lieber auf den Tisch oder die Knie legt, als es in der Hand zu tragen.

Dabei ist es offenbar genau dafür gebaut. Wie bei den Geräten der Galaxy-Note-Serie steckt in seiner Seite ein S-Pen genannter Zeigestift, mit dem man auf dem Bildschirm schreiben und zeichnen kann wie in einem Notizbuch. Zur Not kann man statt des Stifts auch einen Fingernagel verwenden.

Falsch platzierte Tasten

Freihändig ist das allerdings nur schwer durchzuhalten. Nicht nur wegen des Gewichts, sondern auch, weil Rechtshänder ständig die an der längeren Seite angebrachten Android-Tasten berühren, wenn sie das Tablet in der linken Hand halten. Ähnliche Probleme bereiten diese Tasten, wenn man das Tablet hochkant nutzt. Weil die Tasten als echte Knöpfe eingebaut sind, muss man umdenken. Eine Lösung mit digitalen Schaltflächen, die immer dort eingeblendet werden, wo man sie braucht, wäre einfacher und sicherer zu benutzen.

Besonders leicht macht es der Konzern dagegen, den mitgelieferten Stift als Eingabemedium zu nutzen. Sobald man ihn aus seinem Schacht in der Gehäuseseite zieht, wacht das Tablet auf und aktiviert einen speziellen Stiftmodus. In dem kann man beispielsweise handschriftliche Notizen direkt auf Webseiten schreiben, Bildschirmfotos als Notizen ablegen oder mit dem Stift einen Rahmen aufziehen, in dem eine App stets über den anderen aktiven Apps schwebt.

Schnell ins Büro

Dass das NotePro mit derlei Multitasking-Spielereien keine Probleme hat, verdankt es seinem 2,3 GHz schnellen Quadcore-Prozessor, der sich in drei Gigabyte Arbeitsspeicher austoben kann. Aber technisch bietet das Tablet ohnehin alles, was man in dieser Preisklasse erwarten darf. Dazu gehören etwa Bluetooth 4.0, W-Lan nach dem Gigabit-Standard 802.11.ac und neben LTE auch der HSPA+-Datenfunk.

Wer mit einem so großen Ding fotografieren will, kann das mit der integrierten Acht-Megapixel-Kamera tun. Häufiger wird aber wohl die Zwei-Megapixel-Kamera zum Einsatz kommen, die sich für Videochats anbietet.

Wie sehr es Samsung auf Geschäftskunden abgesehen hat, zeigen die vorinstallierten Software-Beigaben des NotePro. Hier findet man beispielsweise die im Business-Bereich oft genutzte Videokonferenz-Software Webex neben Samsungs eigener e-Meeting-App. Außerdem kann man die koreanische Büro-Software Hancom Office auf das Gerät laden, die unter anderem Tabellenkalkulation und Textverarbeitung ermöglicht. Unser Testgerät glänzte zudem durch ein Einjahres-Abo der digitalen Ausgabe der "Businessweek". Auf deutschen Geräten soll stattdessen eine "Handelsblatt"-App installiert sein.

Ab aufs Sofa

Aber wenn man sich ein wenig mit dem NotePro beschäftigt hat, will man damit eigentlich gar nicht arbeiten, dafür ist sein Bildschirm viel zu gut. Mit 2560 mal 1600 Bildpunkten zeigt das 12,2-Zoll-Display mehr Informationen an als ein Full-HD-Fernseher und sowieso mehr als die meisten Notebooks und PC. Weil es das außerdem mit großer Brillanz und kräftigen, aber nicht übertrieben wirkenden Farben tut, macht es enorm Spaß, sich darauf Videos anzuschauen, zumindest, wenn diese in einer HD-Auflösung vorliegen.

Ebenso angenehm ist es, mit dem NotePro im Web zu surfen oder E-Books zu lesen. Auch hier sorgt die hohe Auflösung für ein sehr scharfes Schriftbild. Ähnlich sieht es mit Spielen aus, für die mehr als genug Leistung bereitsteht. Nur sollte man solche spielen, bei denen man das Tablet nicht zwingend in den Händen halten muss. Sonst fällt das Spielen wortwörtlich schwer.

Fazit

Der große Bildschirm funktioniert. So skeptisch man der Idee eines derart großen Tablets gegenüberstehen mag: Das Galaxy NotePro 12.2 ist ein gelungener Mobilcomputer. Für unterwegs allerdings ist es, trotz LTE, kaum geeignet, dafür ist es zu groß und zu schwer. Der Versuch, dem Gerät ein Büro-Image zu geben, ist in jedem Fall gescheitert - besser als das neue Samsung ist kaum ein Tablet fürs Sofa geeignet.