Samsung stellt Galaxy Note 9 vor - DER SPIEGEL
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Schwarz-Blau-Gold: Das ist das Galaxy Note 9

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Samsungs Galaxy Note 9 Das Viel-hilft-viel-Handy

Von allem ein bisschen mehr als bisher - nach diesem Prinzip hat Samsung sein neues Smartphone-Topmodell konstruiert. Am Nachmittag präsentierte der Konzern es in New York.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Bis zu ein Terabyte Speicher bekommt das Galaxy Note 9, jenes Smartphone also, das Samsung am Donnerstagabend in New York vorgestellt hat. Ein Terabyte, das sind 1024 Gigabyte und rund viermal mehr Speicherplatz, als in den meisten heute üblichen Notebooks steckt. Denn die werden in der Regel mit SSDs bestückt, die 256 Gigabyte fassen. Ein Terabyte ist also verdammt viel, vor allem in einem Smartphone.

Wobei die Zahl, mit der der koreanische Konzern wirbt, etwas irreführend ist. Auf ein Terabyte kommt man beim Galaxy Note 9 nur, wenn man es per Speicherkarte um 512 Gigabyte erweitert. Tatsächlich nämlich liefert Samsung das neue Handy in der Topversion mit maximal 512 Gigabyte aus.

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Aber auch das ist sehr beachtlich und beispielsweise doppelt so viel, wie Apple ins iPhone X steckt. Der Riesenspeicher hat allerdings auch seinen Preis: Mit 512 GB kostet das Note 9 immerhin 1249 Euro. Die Einstiegsvariante mit 128 GB ist 250 Euro billiger, dürfte aber auch noch genug Speicher für die meisten Nutzer bieten.

Mehr Akkuleistung ohne mehr Akku

Abgesehen von notorischen Musik- und Videosammlern dürfte für die meisten Anwender ohnehin eine andere Neuerung wichtiger sein: der Akku. Dessen Kapazität hat Samsung gegenüber dem des Galaxy Note 8 von 3300 auf 4000 Milliamperestunden erhöht, ohne dass er dabei größer geworden wäre.

Samsung macht keine konkreten Angaben, wie lange das Gerät damit durchhält, verspricht nur, es werde einen Tag lang reichen. Eine sehr vorsichtige Aussage. Bei maßvoller Nutzung dürfte dieser Akku deutlich länger als nur einen Tag halten. Das ist genau die Art von Fortschritt, die man sich seit langem für Akkus gewünscht hat: mehr Ausdauer bei unveränderten Maßen.

Dass ausgerechnet der Akku so drastisch verbessert wurde, lässt aber auch an das Desaster mit dem Note 7 denken. Dessen Stromspeicher waren 2016 bei einigen Geräten in Brand geraten. Fluggesellschaften weltweit verboten ihren Kunden daraufhin, solche Geräte an Bord zu benutzen. Samsung startete eine Rückrufaktion, nahm das Note 7 schließlich ganz vom Markt und musste mehrere Milliarden Dollar abschreiben.

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Schreib, Stift!

Die dritte Neuerung ist der für die Note-Serie typische S-Pen, ein Stift, mit dem man auf dem Bildschirm schreiben und zeichnen oder den man einfach als Ersatz für einen Finger nehmen kann. Während diese Stifte bisher nur direkt auf dem Bildschirm des Samsung-Smartphones funktionierten, kann das neue Modell aber auch via Bluetooth aus der Entfernung benutzt werden.

Ein kleiner Kondensator im Stift übernimmt dabei die Stromversorgung des Bluetooth-Moduls. Binnen 40 Sekunden könne er im Handy auf seine volle Kapazität von 30 Minuten Laufzeit aufgeladen werden, sagt Samsung. Ist das erledigt, lässt sich mit der Seitentaste des Stifts beispielsweise der Kameraauslöser fernbedienen, was für Selfies praktisch sein könnte. Gezeigt wurde auch, wie der Stift benutzt wurde, um eine Powerpoint-Präsentation zu steuern.

Möglich ist Letzteres unter anderem, weil der Anschluss des Note 9 an einen PC-Monitor oder -Projektor über ein HDMI-Adapterkabel möglich ist. In diesem Modus lassen sich aber maximal fünf Apps parallel nutzen. Nur mit einer zusätzlichen Dockingstation können in diesem "PC-Modus" mehr Apps gleichzeitig laufen.

Die Kameras kennt man

Wenig Neues gibt es dagegen bei den Kameras. Die beiden Hauptkameras auf der Rückseite entsprechen weitgehend denen des Galaxy S9, sie haben eine Auflösung von jeweils zwölf Megapixeln. Eine davon ist als Weitwinkel-, die andere als zweifach vergrößerndes Teleobjektiv ausgelegt. Zwischen beiden kann man die Bildvergrößerung stufenlos regeln. Die Kombination der beiden Objektive ermöglicht sogenannte Bokeh-Effekte, also die scharfe Darstellung eines Motivs im Vordergrund vor einem unscharfen Hintergrund.

Neu ist an dem System im Note 9 nur, dass die Kamerasoftware mehr Szenen selbst erkennen und die Kamera entsprechend einstellen können soll. Außerdem soll die Software selbst erkennen, wenn man bei der Aufnahme Fehler gemacht hat, also etwa bei einem Porträt die fotografierte Person die Augen geschlossen hat. Beim ersten Ausprobieren hat das leider nicht funktioniert.

Zwei Tage "Fortnite" exklusiv

Im Übrigen unterscheidet sich das Note 9 durch einen geringfügig von 6,3 auf 6,4 Zoll vergrößerten Bildschirm, der aber immer noch dieselbe Auflösung von 2960 x 1440 Pixel anzeigt und beim ersten Ausprobieren einen sehr guten Eindruck machte. Für reichlich Leistung sorgt ein gegenüber dem Vorgänger in der Leistung gesteigerter Samsung-Exynos-Prozessor mit acht Rechenkernen und einer Taktfrequenz von bis zu 2,7 Gigahertz.

Ein lustiges Extra: Das Smartphone-Spiel "Fortnite" wird ab heute exklusiv für Android-Smartphones kurzzeitig auf dem Note 9 und einige älteren Samsung-Smartphones zur Verfügung stehen. Allerdings nur für die zwei Tage nach der Präsentation des Note 9. Danach wird eine Betaversion für alle Android-Nutzer verfügbar gemacht.

100 Euro Austauschprämie

Wie bei Samsung-Smartphones üblich, beginnt mit der Vorstellung des Note 9 auch die Frist zur Vorbestellung des neuen Geräts, das am 24. August in den Handel kommen soll.

Als besonderen Anreiz bietet Samsung bis zum 23. August eine Austauschprämie: Wer ein Note 9 vorbestellt, kann sein altes Smartphone in Zahlung geben und bekommt zusätzlich zum aktuellen Ankaufspreis eine Prämie von 100 Euro angerechnet. Ob sich das lohnt, sollte man sich freilich genau überlegen. Sprich: Vor dem Tausch sollte man vergleichen, was Samsung für das alte Handy zahlen will und was man dafür auf dem Gebrauchtmarkt bekommen könnte.