Erstes Tizen-Smartphone Samsung probiert's ohne Android
Produktfoto des Samsung Z: Smartphone mit Tizen-Betriebssystem
Foto: SamsungSamsung macht sich ein Stück unabhängiger von Googles Android-Plattform: Der Smartphone-Marktführer hat am Montag ein neues Telefon mit eigenem Betriebssystem vorgestellt. Das Modell Samsung Z läuft mit der Software Tizen, die schon in den neuen Smartwatches des Konzerns steckt. Bisher laufen fast alle Samsung-Smartphones mit Googles Betriebssystem Android. Eine Ausnahme waren die Wave-Geräte, auf denen Bada lief.
In der offiziellen Ankündigung heißt es , das in Schwarz und Gold vertriebene Samsung Z biete ein 4,8-Zoll-HD-Super-AMOLED-Display und einen Quadcore-Prozessor mit 2,3 GHz. Dazu kommen 2 GB Arbeitsspeicher, 16 GB interner Speicher sowie eine 8-Megapixel- und eine 2,1-Megapixel-Kamera. Auch einen Fingerabdruckleser bringt das Z mit. Als Stärke des auf Linux basierenden Tizen (zum Einsatz kommt die Version 2.2.1) preist Samsung unter anderem einen schnellen Startvorgang an.
Zunächst ist Samsung vorsichtig: Bislang wurde lediglich der Verkauf in Russland ab dem dritten Quartal angekündigt, der Preis ist nicht bekannt. Wie bei jedem neuen Betriebssystem könnte beim Modell Z vor allem das zunächst schmale Angebot an Apps zum Problem werden. Für Android und Apples iOS gibt es Hunderttausende Anwendungen, damit muss ein neues System konkurrieren.
Samsung hatte schon lange an einem Telefon mit Tizen gearbeitet, die Vorstellung verzögerte sich jedoch mehrfach. Derzeit kommt etwa jedes dritte weltweit verkaufte Smartphone von den Südkoreanern. Branchenexperten spekulieren seit Jahren, Samsung könnte versuchen, dieses Potenzial für den Aufbau eines eigenen Software-Ökosystems als Alternative zu Android zu nutzen.
Google hat diese Möglichkeit bisher heruntergespielt. An der langfristigen Partnerschaft mit Samsung ändere sich nichts, betonte etwa Android-Chef Sundar Pichai im Februar. Damals hatte Samsung gerade seine neue Smartwatch mit dem Tizen-System vorgestellt. "Wir sind zwei große Unternehmen, die bei Hunderten Projekten eng zusammenarbeiten. Und hier geht es nur um ein Gerät", sagte Pichai.