Betrugssoftware Schadprogramm "HummingBad" befällt 85 Millionen Android-Geräte
Android-Maskottchen
Foto: Britta Pedersen/ dpaDas chinesische Schadprogramm "HummingBad" hat laut einer Studie inzwischen auch Zehntausende Android-Geräte in Deutschland befallen. Nach der Analyse des israelischen Sicherheitsunternehmens Check Point (PDF) hat sich der Android-Trojaner weltweit auf 85 Millionen Smartphones und Tablet-Computern mit dem Google-Betriebssystem eingenistet. In Deutschland seien 40.000 Geräte befallen.
Die Schadsoftware übernimmt auf den infizierten Geräten unter bestimmten Bedingungen die Kontrolle über das System und führt vor allem Klicks auf Werbebanner, an denen die Betrüger verdienen, aus. Der Werbekunde zahlt für Aufrufe - und die Aufrufe der infizierten Rechner gehen bei einigen Werbesystemen offenbar als echte Klicks durch.
Mit diesem sogenannten Klickbetrug generierten die Kriminellen laut Check Point rund 300.000 Dollar Umsatz pro Monat.
Die Steuerungsserver für die Schadsoftware gehörten zur chinesischen Werbefirma Yingmob, erklärte Check Point. Sogar die exakte Adresse in den chinesischen Stadt Chongqing samt dem Stockwerk, in dem die Entwickler der Schadsoftware arbeiten, wollen die Experten ausfindig gemacht haben.
Infektion in nicht autorisierten App-Stores
Besonders anfällig zeigte sich der Untersuchung zufolge die Android-Version "KitKat" (Android 4.4). Jede zweite erfolgreiche Infektion habe auf Geräten mit dieser Android-Version stattgefunden. 40 Prozent der Malware-Infektionen betrafen die Vorgängerversion "Jelly Bean" (4.1 bis 4.3).
Eine solche Verteilung ist nicht ungewöhnlich. Kriminelle nehmen oft ältere Android-Versionen, die nicht mit den neuesten Sicherheits-Patches von Google abgesichert sind, ins Visier. Sie sind ein leichtes Ziel, weil viele Handy-Hersteller es versäumen, Updates für ältere Geräte bereitzustellen. "HummingBad" war im Februar entdeckt worden.
Die höhere Infektionsrate in Asien ist wohl auch der Tatsache geschuldet, dass Anwender dort häufiger Anwendungen aus nicht autorisierten App-Stores oder auch manipulierte Raubkopien von Apps herunterladen. Anwender in Europa und in Nordamerika verwenden dagegen in der Regel den Google Play Store, wo Apps auf Malware hin untersucht werden. Allerdings wurden auch über den App-Store von Google in der Vergangenheit schon Schadprogramme verteilt.