Skyfire Flash-Browser fürs iPhone binnen Stunden ausverkauft
Flash-Browser Skyfire: Nach fünf Stunden aus dem App Store verschwunden
Mobiltelefone brauchen kein Flash, vor allem aber tut Flash Mobiltelefonen gar nicht gut. Das schreibt zumindest Apple-Boss Steve Jobs als Erklärung dafür, weshalb iPhones und iPads die populäre Internet-Multimediatechnik nicht beherrschen. Zu fehleranfällig, zu langsam auf Mobilgeräten, zu stromhungrig, nicht für Touchscreens geeignet und nicht offen genug für fremde Entwickler sei die Software, so Jobs Argumente. Und doch sorgt jetzt ausgerechnet eine App, die Flash auf dem iPhone möglich macht, für Schlagzeilen. Nur fünf Stunden nach dem Verkaufsbeginn verschwand das Skyfire genannte Programm schon wieder aus dem Angebot.
Verschwörungstheorien machten die Runde. Hatte Apple die Software nur versehentlich freigegeben und dann schnell wieder zurückgezogen?
Dabei hatte es bei manchen Beobachtern schon für Verwirrung gesorgt, dass Apple Skyfire überhaupt in den App Store vorgelassen hatte. Doch daran war nichts Wundersames. Denn Skyfire ist eigentlich ein Web-Browser, eine Alternative zu Apples eigenem Safari. Flash beherrscht Skyfire ebenso wenig wie der Apple-Browser. Sogar die Grundlage der beiden Internet-Apps ist dieselbe, sie basieren beide auf der Open-Source-Software Webkit.
Skyfire bietet allerdings ein besonderes Extra, das ihn schon auf Android-Handys sehr beliebt machte: Wenn er auf einer Web-Seite auf Flash-Videos trifft, zeigt er nicht etwa eine Fehlermeldung an, wie andere iPhone-Browser. Stattdessen schickt er die Videos an einen Skyfire-Server. Der wiederum transkodiert die Filmchen. Zu deutsch: er wandelt sie um. Und zwar in das Videoformat h.264, genau das Format also, das Apples Gadgets von Haus aus beherrschen und das Apple selbst für Videos benutzt.
Zu beliebt ist auch nicht gut
Genau dieser Umweg aber ist es, der Skyfire so schnell wieder aus dem App Store katapultiert hat. Wie viele Kopien der Software nach dem Verkaufsbeginn am Mittwoch verkauft wurden, haben weder Apple noch der Software-Hersteller bekanntgegeben, aber es muss eine beeindruckende Zahl gewesen sein. Quasi vom Start weg schob Skyfire sich auf den ersten Platz in der Hitliste der umsatzstärksten Apps. Ein Kunststück, das bisher höchstens besonders teuren Apps gelungen ist, weil die auch bei vergleichweise geringen Stückzahlen viel Geld bringen. Doch dazu gehört Skyfire mit einem Preis von 2,39 Euro ganz bestimmt nicht.
Der enorme Ansturm und die vielen neuen User, die den Flash-Browser ausprobieren und sich Flash-Videos auf dem iPhone anschauen wollten, brachen den Skyfire-Servern offenbar das Rückgrat. Nach nur fünf Stunden musste das Unternehmen den Verkauf einstellen. Skyfire sei ausverkauft, meldet der Firmenblog . Man habe den Verkauf einstellen müssen, um zu gewährleisten, dass wenigstens die Bestandskunden weiterhin Flash-Videos gucken können.
Aber andere können das doch auch?
Jetzt sei man eifrig damit beschäftigt, die Server-Kapazitäten auszubauen. Erst wenn das erledigt sei, soll Skyfire wieder gegen Geld zu bekommen sein. Wann es so weit sein wird, konnte das Unternehmen am Donnerstag noch nicht sagen.
Interessant an dieser kleinen Geschichte ist aber vor allem, dass iPhone-Anwender Apples Diktat des Flash-Verzichts zwar stoisch hinnehmen, dann aber doch in helle Aufregung versetzt werden, wenn Flash über einen - zudem kostenpflichtigen - Umweg doch zum Laufen zu bringen ist. Dabei kann Skyfire nicht mal besonders viel. Flash-Spiele, Flash-Apps, Flash-Web-Seiten, nichts davon lässt sich damit nutzen. Nur Videos, die mit Flash fürs Web verpackt wurden, kann er anzeigen, mehr nicht. Und selbst die liegen mittlerweile zu einem erheblichen Anteil in iPhone-tauglichen Formaten vor. YouTube etwa bietet sein Angebot längst auch in h.264 an. Nicht nur, aber auch, für Apples Handys.
Da bleibt nur die Vermutung, dass all die Schnellkäufer einfach nur mal schauen wollten, wie Flash-Videos auf dem iPhone wohl aussehen mögen und ob sie wirklich den Akku in Rekordzeit leeren. Neugier ist ein starker Antrieb.