Skurriler Hack Schüler installiert Windows 95 auf Smartwatch
Altes Windows auf neuer Uhr (Samsung Gear Live): Nicht sinnvoll, aber möglich
Foto: Corbin Davenport/ YouTubeCorbin Davenport hat neben der Schule offensichtlich jede Menge Zeit. Anders sind die Projekte nicht zu erklären, mit denen sich der 16 Jahre alte Programmierer beschäftigt. In letzter Zeit hat er sich vor allem intensiv Samsungs Smartwatch Gear Live gewidmet. Zuerst brachte er die Spiele "Minecraft PE " und "Doom " darauf zum Laufen. Besonderes Aufsehen erregte aber erst seine jüngste Aktion: Windows 95 auf die Smartwatch zu bringen.
Nach dem Sinn dieser Aktion muss man ihn wohl nicht fragen. Das 20 Jahre alte PC-Betriebssystem startet auf der Uhr und ist mehr schlecht als recht per Fingerwisch auf dem Touchscreen zu bedienen. Zudem läuft es sehr langsam, und nach jedem Programmaufruf geht dem System der Arbeitsspeicher aus. So etwas wie sinnvolles Arbeiten ist damit nicht möglich.
Doom: Der Multi-Plattform-Shooter
Aber darum geht es dem jungen Programmierer aus dem US-Bundesstaat Georgia auch ganz offensichtlich nicht. Er hat das Uralt-Windows auf die Uhr gebracht, weil er es kann, nicht, weil es irgendjemandem etwas nützt. Diese Erklärung passt jedenfalls am besten dazu, wie er sich in seinem noch sehr unbenutzt wirkenden Blog selbst beschreibt.
Windows - die Chronologie: Von Windows 1 bis Windows 10
Manche würden ihn als jemanden bezeichnen, der Computer reparieren kann, schreibt er dort über sich selbst. Und, dass er gerne mit Technik herumspiele, "vor allem mit älteren Sachen". Sein besonderes Interesse gilt aber Android.
Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Um Windows 95 auf die Uhr zu bringen, bediente er sich der Emulator-App aDosbox , die auf dem Android-Wear-Betriebssystem der Smartwatch läuft und per Software die Hardware eines Desktop-Rechners nachbildet. So konnten Davenport dem Windows 95 vorgaukeln, er würde es auf einem PC mit X86-Prozessor, Maus und Tastatur installieren. Welche Schritte er im Einzelnen ausführen musste, bis das System auf der Uhr lief, erklärt er nicht.
Sein Projekt zeigt allerdings eindrucksvoll, dass Rechenleistung und Speicherplatz einer modernen Smartwatch jene eines Desktop-Computers der Neunzigerjahre locker aussticht. So begnügte sich die erste Version von Windows 95 noch mit vier Megabyte Arbeitsspeicher - heute hat auch ein PC vom Discounter mindestens zwei bis vier Gigabyte an Bord. In der Gear Live stecken 512 Megabyte.
Smartwatch-Test: Samsung Gear Live ausprobiert
So nutzlos Davenports Software-Spielerei im Alltag sein mag, so schön lässt sich an ihr ablesen, welche Entwicklung die Computertechnik in den vergangenen zwei Jahrzehnten durchgemacht hat.
Und nebenbei kann sich der der junge Tüftler über unerwartete Popularität freuen. Das YouTube-Video , in dem er Windows 95 auf der Smartwatch zeigt, ist nach knapp zwei Tagen schon mehr als 300.000-mal angeklickt worden.