Spielkonsolen: Xbox 360 soll TV-Empfänger werden - DER SPIEGEL
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Spielkonsolen Xbox 360 soll TV-Empfänger werden

Microsoft will offenbar über die Spielkonsole Xbox 360 verstärkt ins TV-Geschäft einsteigen. Das Wohnzimmer könnte das nächste Schlachtfeld im Kampf der Branchengiganten werden, auch Google und Apple wollen Fernsehinhalte übertragen - Microsoft jedoch hat einen Trumpf im Ärmel.
Xbox 360 mit Kinect-Sensor: Konsole als TV-Tuner?
Xbox 360 mit Kinect-Sensor: Konsole als TV-Tuner?

Xbox 360 mit Kinect-Sensor: Konsole als TV-Tuner?

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Der Fernseher ist der nächste Bildschirm, um den die Branchenriesen der IT-Welt ringen. Google hat seine TV-Settop-Box Google TV in Zusammenarbeit mit Logitech und Sony auf den Markt gebracht, Apples TV-Box Apple TV soll künftig Filme auf den Fernseher streamen - und Microsoft versucht nun offenbar verstärkt, seine Spielkonsole Xbox 360 zum Fernseh-Zuspieler auszubauen. Schon jetzt kann man über den sogenannten Zune Marketplace digitale Filme, Musikvideos und TV-Serien ausleihen oder käuflich erwerben. Nun soll das TV-Angebot offenbar ausgebaut werden.

In den USA hat Microsoft bereits mit TV-Anbietern Verträge geschlossen: Der Sportsender ESPN bietet sein Programm auch in einer speziell für die Xbox aufbereiteten Version an. Konsolenbesitzer sollen während eines so angesehenen Footballspiels über das Konsolennetzwerk Xbox Live zusätzlich mit anderen Zuschauern chatten oder an Online-Abstimmungen teilnehmen können. Nun verhandelt der Konzern Reuters zufolge mit einer ganzen Reihe weiterer TV-Anbieter, um zusätzliche Programme über die Konsole in Wohn-, und Jugendzimmer zu bringen.

Reuters zufolge gibt es Gespräche zwischen Microsoft und Anbietern wie ABC, NBC, Fox, CBS, ESPN oder CNN. Zudem könnten Pay-TV-Anbieter wie HBO oder Showtime ihre Programme über die Xbox ausliefern, gegen eine entsprechende Abonnementgebühr. Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE verhandelt Microsoft auch in Europa mit diversen TV-Anbietern, und zwar schon seit Monaten.

Vorteil Wedelsteuerung

In den USA kommt in den TV-Markt derzeit durch Streaming-Angebote wie Hulu oder Netflix viel Bewegung. Beide verlangen für ein Streaming-Abo, das Zugriff auf TV-Serien und Filme bietet, 7,99 Dollar im Monat und bieten Verbrauchern so die Möglichkeit, herkömmliche Kabel-Anbieter zu umgehen.

Microsoft hat der Konkurrenz gegenüber einen Vorteil, was die Bedienung angeht: Theoretisch würde es die neue Konsolensteuerung namens Kinect erlauben, Filme und TV-Serien mit Gesten oder Sprachbefehlen abzuspielen, zu pausieren, zu stoppen, oder mit Handwedeln seine Medienbibliothek durchzublättern. Solche Bewegungssteuerung könnte sich als Alternative zur Fernbedienung durchsetzen - aber nur, wenn es Microsoft diesmal wirklich gelingt, im Fernsehmarkt Fuß zu fassen. Der Konzern hat sich mit MSNBC bereits einen eigenen TV-Sender zugelegt und versucht über MSN.tv auch selbst Settop-Boxen für Fernseher unters Volk zu bringen.

Apple TV lässt sich in den USA auch als Endgerät für Netflix verwenden, Filme und TV-Serien lassen sich ansonsten über iTunes erwerben.

Google stößt mit seinen TV-Boxen derzeit auf kräftigen Widerstand aus der US-Medienbranche. Diverse Sender-Konglomerate, darunter NBC, ABC und Fox erlauben nicht, dass ihre Inhalte über die Google-Boxen ausgeliefert werden. Erst vor gut einer Woche kündigte auch Viacom Google TV die Freundschaft. Sony hat in den USA bereits die Preise für seine Kombination aus Google TV und einem Blu-ray-Player um 25 Prozent gesenkt - nur einen Monat nach Markteinführung.

cis

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