Surface Book Microsoft stellt erstes eigenes Notebook vor
Surface Book von Microsoft: Große Überraschung
Foto: Andrew Burton / AFPVieles von dem, was Microsoft am Dienstagabend in New York an Neuheiten vorstellen wollte, war schon im Vorfeld durchgesickert. Dass es neue Smartphones geben würde war klar. Das neue Surface-Tablet - auch keine Überraschung. Sogar über geheime News zur 3D-Brille HoloLens war spekuliert worden. Aber dass der Konzern ein Notebook zeigen wird? Vollkommen unerwartet!
Unbescheiden bezeichnete Microsoft-Manager Panos Panay das neue Gerät als "das ultimative Notebook". Der Diktion der Firma folgend heißt es schlicht Surface Book und ist alles andere als bloß ein weiterer Mobilrechner.
Das liegt beispielsweise daran, dass die Rechenleistung des Surface Book zweigeteilt ist: Der Hauptprozessor steckt hinter dem Bildschirm, der Grafikchip ist unter der Tastatur eingebaut.
Durch diese Trennung hat Microsoft etwas bisher Unmögliches geschafft: Im Normalmodus, also als Laptop, erreicht das Gerät eine sehr hohe Leistung, soll sich als Spielecomputer eignen, was man ansonsten nur von sehr wenigen und meist eher klobigen Mobilrechnern sagen kann.
Zugleich lässt sich aber der Bildschirm abnehmen und wird so zu einem großen Tablet, das den Akku nicht übermäßig durch einen Hochleistungsgrafikchip belastet.
Doppelt so schnell wie Apples Notebook
Dabei ist Microsofts Surface Book ein durchaus schlankes Notebook, entspricht von den Maßen und Gewicht, knapp 1,6 Kilogramm, in etwa einem 13 Zoll großen Macbook Pro von Apple. Die Leistung allerdings, verspricht Microsoft, sei doppelt so hoch.
Wie das neue Surface Pro 4 (l.) kann man das Surface Book per Stift bedienen
Foto: Microsoft / dpaZudem ist der Bildschirm mit 13,5 Zoll einen Hauch größer, bietet mit 3000 mal 2000 Pixeln eine sehr hohe Auflösung an. Natürlich ist es ein Touchscreen, sodass man das vorinstallierte Windows 10 Pro auch mit den Fingern steuern kann. Alternativ ist auch eine Stifteingabe möglich. Ein entsprechender Stift gehört zum Lieferumfang und wird bei Nichtbenutzung magnetisch am Gehäuse gehalten.
Zwölf Stunden Akkulaufzeit
Als Prozessoren verwendet Microsoft Intel aktuelle Cire i5- und i7-Chips, denen 8 oder 16 GB Arbeitsspeicher zur Seite stehen. Die eingebaute SSD ist je nach Modell zwischen 128 GB und ein TB groß. Der Grafikprozessor kann auf 1 GB Speicher zugreifen.
Recht ausführlich wurden in New York die Vorzüge des Tastatur geschildert, die sehr geräuscharm arbeiten und dabei ein sehr natürliches Schreibgefühl vermitteln soll. Das WLAN-Modul unterstützt alle aktuellen Standards, bis hin zum Gigabit-WLAN 802.11ac.
Angesichts dieser Ausstattung ist bemerkenswert, dass Microsoft zwölf Stunden Akkulaufzeit verspricht. Damit wäre es ein Arbeitsgerät, mit dem man ohne Netzteil über eine ganzen Arbeitstag käme.
Ein schickes Extra ist dabei, dass man sich auf dem Surface Book nicht mit einem Passwort als Nutzer muss. Stattdessen genügt ein Blick in die zum Nutzer gerichtete Fünf-Megapixel-Kamera, um sich per Gesichtserkennung auszuweisen.
Keine Schnäppchen
Dass sich Microsoft erst jetzt mit einem solchen Notebook auf den Markt wagt, dürfte daran liegen, dass der Konzern seine wichtigsten Kunden nicht verärgern wollte, indem er ihnen selbst Konkurrenz macht: die PC-Hersteller. Die kaufen schließlich seit Jahrzehnten für viel Geld in großen Mengen Windows-Lizenzen, für ihre Rechner.
Doch den meisten davon macht Microsoft mit dem Surface Book keine Konkurrenz, dafür ist es zu teuer. Schon die kleinste Version mit 128 GB SSD und i5-Prozessor soll 1500 Dollar kosten, wenn sie Ende Oktober in den USA auf den Markt kommt. Das derzeit teuerste Modell in Microsofts Preisliste, mit schnellem i7-Prozessor, 16 GB Arbeitsspeicher und 512 GB SSD, wird mit 2700 Dollar noch viel teurer. Zu deutschen Preisen und Lieferterminen gibt es noch keine Informationen.
Was kommt als Nächstes?
Für die meisten Heimanwender scheiden Microsofts Surface Books damit jedoch von vornherein aus, sie suchen nach günstigeren Angeboten. Und damit hat Microsofts Notebook auch etwas Gutes für sie, dürfte es doch dafür sorgen, dass Firmen wie Dell, Toshiba und Lenovo dem Windows-Konzern nacheifern werden, nur eben billiger.
Jedenfalls darf man gespannt sein, was die kommenden zwei Wochen bringen werden. In dichter Folge haben fast alle namhaften PC-Hersteller Pressekonferenzen zum neuen PC-Modell angekündigt. Den Anfang macht am Mittwoch HP.