Verkaufsstart bei Apple: Schlange stehen für ein iPhone
Verkaufsstart der neuen iPhones 300 Euro für den ersten Platz in der Warteschlange
Das Ritual läuft in diesem Jahr genauso ab wie in den Jahren zuvor: Tage vor dem offiziellen Verkaufsstart eines neuen iPhone-Modells bilden Enthusiasten, Fans und Geschäftemacher lange Schlangen vor Apple-Stores in aller Welt. Auf Campingstühlen und in mitgebrachten Zelten trotzen sie Wind und Wetter, Apple-Mitarbeiter verteilen Wartenummern. Es soll ja alles seine Ordnung haben.
Aus Berlin wurden am Freitagmorgen 300 Wartende gemeldet, in München sollen es doppelt so viele sein und auch in Hamburg harrten Fans seit Tagen aus. Vor dem berühmten Apple-Store an der Fifth Avenue in New York sollen sich die ersten Interessenten bereits vor einer Woche eingereiht haben, auch aus Tokio und Sydney wurden lange Schlangen gemeldet.
iPhone 5s und 5c im Test: Mit Scanner und viel Farbe
Dass es den geduldig Wartenden nicht immer nur darum geht, zu den Ersten zu gehören, zeigt sich vor dem Apple-Store in Hamburg. Dort haben einige Schlangesteher Pappschilder mit Preisen beschriftet. Die erste Position in der Warteschlange wurde am Donnerstagabend für 300 Euro angeboten, Platz Nummer zwei für 299 Euro. Gleich dahinter hatte es sich eine Gruppe Schweden gemütlich gemacht, die sich die Wartezeit mit Wodka vertrieb.
Auf ähnliche Weise hatten sich vor einem Jahr, als das iPhone 5 sein Debüt gab, Gruppen von Osteuropäern eingereiht. Sie kauften die teuren Handys nicht für sich, sondern standen für wohlhabende Auftraggeber in der Schlange, die nicht warten wollen, bis es das neue Apple-Handy in ihrem Heimatland gibt. Wie immer beginnt der Verkauf zuerst nur in einer begrenzten Zahl von Ländern, zu denen stets auch Deutschland gehört.
Das iPhone 5c kann schneller kommen
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Für Apple bedeuten die Warteschlangen Entwarnung. Nach der Präsentation der neuen Modelle iPhone 5s und 5c hatten einige Analysten mangelnde Innovationen bemängelt, ein nachlassendes Interesse an den Apple-Handys vorhergesagt. Das scheint sich nicht zu bewahrheiten. Online schnellte die Wartezeit auf das Topmodell iPhone 5s am Freitagmorgen bereits auf die vage Angabe "Lieferung im Oktober" hoch. Ob diese Verzögerung einem großen Interesse oder doch eher Produktionsproblemen zu verdanken ist, ist jedoch unklar. Apple äußerte sich bisher nicht zu den Verkaufszahlen.
Wer das in einem neuen Plastikgehäuse angebotene iPhone 5c kaufen möchte, muss dagegen kaum Wartezeit einkalkulieren. Es sei binnen ein bis drei Tagen lieferbar, meldet Apples Online-Shop.
"Wir sind nicht im Ramsch-Geschäft"
Doch gerade an diesem Modell reiben sich die Kritiker, handelt es ich bis auf kleine Verbesserungen doch technisch um ein iPhone 5 im neuen Gewand. Im Vorfeld der offiziellen Vorstellung der neuen Geräte waren bereits einige Informationen und Bilder der Geräte durchgesickert. Viele Experten hatten aufgrund der Plastikhülle erwartet, dass Apple ein Billig-iPhone bringen werde. Mit einem Einstiegspreis von 599 Euro hat Apple diese Erwartung nicht erfüllt.
In einem Interview mit "Bloomberg Businessweek " erteilte Apple-Chef Tim Cook einem Billig-iPhone jetzt eine klare Absage. Es gebe immer einen großen Teil des Marktes, in dem "Ramsch" verkauft werde. "Ich werde wegen dieses Marktes keine schlaflosen Nächte haben. Das sind wir einfach nicht", sagte er. Apple sei nicht im "Ramsch-Geschäft".