Vernetzte Rauchmelder: Eine Warnung vor dem Alarm - DER SPIEGEL
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Vernetzte Rauchmelder Liebe Leserin, lieber Leser,

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

als wir am Vorabend des zweiten Advents gemütlich beim Raclette zusammensaßen, wurden meine Gäste und ich plötzlich von einem unerwarteten Schauspiel aufgeschreckt. Mehrere Lampen in meinem Wohnzimmer fingen an zu blinken, dazu warnte eine freundliche Frauenstimme: "Vorsicht, im Wohnzimmer wurde Rauch erkannt." Sollte der sich verdichten, werde der Feueralarm ausgelöst - und der sei wirklich laut.

Vernetzter Feuermelder

Vernetzter Feuermelder

Foto: nest

Logisch, das löste unter meinen Gästen Gelächter und Verwirrung aus - und für eine Sekunde auch bei mir. Bis ich mich erinnerte: In der Richtung, aus der die Warnmeldung gekommen war, lag ein Gadget auf dem Schrank, das ich längst vergessen hatte, ein vernetzter Rauchmelder, den man per App steuern kann.

Aus Versicherungsgründen hängen bei mir zwar ohnehin in allen relevanten Räumen Rauchmelder an der Decke, aber das sind einfache Standardmodelle: billig, mit langer Batterielaufzeit und nicht miteinander verbunden. Einmal im Jahr kommt jemand vorbei, der ihre Funktion prüft, indem er mit einem Stock auf einen Testknopf an den Geräten drückt. Die Versicherung will es so. Wenn es piept, ist alles gut. Pro Rauchmelder kostet das zwei Euro.

Hätte ich im Wohnzimmer einen dieser Standardrauchmelder an der Decke hängen, er hätte bei unserem Abendessen mit Sicherheit Alarm geschlagen. Denn diese Dinger unterscheiden nicht, sie alarmieren nur. Egal, ob es wirklich brennt oder bloß Rauch durchs Zimmer wabert, so wie bei meinem Raclette.

Doch statt eines Alarms spuckte der vernetzte Rauchmelder jene Warnung aus, die vom Blinken der Lampen untermauert wurde. So konnte ich rechtzeitig vor einem richtigen Alarm die Terrassentür öffnen und den Rauch abziehen lassen, den wir, tief in Essen und Gespräche vertieft, nicht bemerkt hatten.

Warnmeldungen in Rauchmelder-App

Warnmeldungen in Rauchmelder-App

Foto: SPIEGEL ONLINE

Am Ende steht für mich die Erkenntnis, dass es doch sinnvoll sein kann, in Rauchmelder zu investieren, die mehr können, als bloß Rauch zu erkennen.

Doch diese Entscheidung zu treffen, ist nicht einfach. Einen Billigrauchmelder bekommt man für zehn Euro, die vernetzten Modelle mit App und Internetverbindung kosten locker das Zehnfache. Diesen Preisunterschied kann man auch über die gesparten Wartungskosten nicht wieder reinholen.

Seltsame Digitalwelt: Facebook Video

Vergangenen Donnerstagabend öffnete ich auf meinem iPad die Facebook-App, um mal zu schauen, was es bei meinen Freunden Neues gibt . Doch stattdessen leitete mich die Software umgehend in das neue Videoangebot des sozialen Netzwerks, Watch. Mag sein, dass der entsprechende Button schon länger unten in der App hing, aufgefallen war er mir nie.

Aufgefallen ist mir dagegen, womit mich Facebook da unterhalten wollte: Tiervideos! Unter der Überschrift "Beliebte Videos für dich" wurden mir Hunde gezeigt, die sich von Enten anknabbern lassen, Fremdschämfilmchen mit Bezeichnungen wie "Dad jokes at Walmart" und Ausschnitte aus der Talentshow "Britain's Got Talent". Damit liegt Facebooks Trefferquote beim Versuch, meinen Geschmack zu treffen, sogar noch unter der von YouTubes Trends. Sorry Facebook, aber so wird das nichts.


App der Woche: "Faraway 4 - Ancient Escape"
getestet von Tobias Kirchner

Foto: Snapbreak Games

"Faraway 4 - Ancient Escape" ist ein aufwendig gestaltetes Rätselspiel. In alten Tempelanlagen warten Rätsel und die Hinweise eines alten Philosophen. 20 verschiedene Level mit immer schwieriger werdenden Herausforderungen gilt es zu lösen. Dabei wird nicht einfach Rätsel an Rätsel gereiht. Das Spiel erwartet, dass man seine Welt erkundet, um die zur Lösung nötigen Hinweise zu finden. Die Steuerung ist wunderbar an das Smartphone angepasst, die Rätsel sind abwechslungsreich, und auch audiovisuell ist dieses Spiel ein Highlight.

Kostenlose Demoversion mit Werbung, Vollversion für 3,19 Euro (Android ) oder 3,49 Euro (iOS ): iOS, Android


Fremdlink: Drei Tipps aus anderen Medien

  • "Sommer vorm Computer " (15 Leseminuten)
    Als in Westdeutschland Sinclair ZX 81 und C64 zu Tausenden in den Kinderzimmern landeten, sah die "digitale Zukunft" der DDR noch ganz anders aus. Wie die Staatsführung versuchte, eine PC-Industrie aufzubauen, und wie die Stasi Jugendliche in Ferienlagern an die damals neue Technik heranführte, erklärt "Zeit Online".
  • Wired.de  (Viele Leseminuten) Zum Ende des Jahres will der Verlag Condé Nast die deutsche "Wired"-Website dichtmachen. Vorher wollen die drei Mitarbeiter, die noch bei dem Projekt beschäftigt sind, alles raushauen, was sie noch haben. Ein guter Grund, dort noch mal vorbeizuschauen.
  • Ars Unite  (Etwa 30 Leseminuten) Das Magazin "Ars Technica" hat sich in einer kleinen Serie von Texten der Frage gewidmet, wie Technik unsere Zukunft beeinflussen wird. Ein Kernthema, dass sich durch alle Artikel zieht: Warum künstliche Intelligenz es schwer haben wird - und uns doch helfen kann.

Ich wünsche Ihnen eine schöne Woche.

Ihr Matthias Kremp

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