Neue Aufgabe Chinesischer Supercomputer soll Smog vorhersagen
Supercomputer Tianhe-1A: Neuer Arbeitsauftrag
Foto: Geno Zhou/ dpaAuch Superrechner altern und werden in ihren Jobs von jüngeren Generationen verdrängt - und das im Zeitraum von nur wenigen Jahren. Ein gutes Beispiel ist "Tianhe-1A": Ein chinesischer Großrechner, der 2010 als leistungsstärkster Computer der Welt galt. Doch auch wenn ihn seine Nachfolger, allen voran sein Gegenstück Tianhe-2, der dieaktuelle Weltrangliste mit Abstand anführt , von den Top-Plätzen verdrängt haben: Die Superrechner leisten auch dann noch wertvolle Dienste, wenn sie aus den Top 5 verdrängt worden sind. Zum Beispiel in der Klimaforschung. "Tianhe-1A" soll dort zukünftig eine Spezialaufgabe übernehmen und Smog-Vorhersagen für chinesische Großstädte berechnen.
Wie die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtet, soll auf "Tianhe-1A" in den "nächsten drei bis fünf Jahren ein besonders genaues Vorhersage- und Analysemodell in Dienst gestellt" werden. Ziel sei es, die bisher bestehenden Zeiträume für Smog-Vorwarnungen weiter auszudehnen, heißt es.
Die Daten für die komplexen Simulationen sollen rund 700 Mess-Stationen in mehr als 100 Städten im ganzen Land liefern. So ließen sich klassische Wetterdaten, wie beispielsweise Wind, Luftfeuchte und Temperatur mit Informationen zur Feinstaubbelastung zusammenführen. Das auf "Tianhe-1A" zugeschnittene Projekt soll auch Anhaltspunkte für eine effizientere Stadtplanung bieten. Die wachsenden Städte in China sollen so für die Zukunft besser vorbereitet sein, hoffen Forscher.
Vier Megawatt Leistung im Kampf gegen Mikro-Partikel
Die chinesischen Großstädte haben in den letzten Jahren immer öfter mit Luftverschmutzung zu kämpfen. Erst vor wenigen Tagen musste die Stadt Shanghai erneut Smog-Alarm ausrufen. Die Feinstaubbelastung betrug zeitweise mehr als das 24-Fache des von der Weltgesundheitsorganisation als unbedenklich eingestuften Wertes.
Auf lange Sicht könnten es sich daher lohnen die teuren Großrechner für die Smog-Vorhersage einzuspannen. Mit aussagekräftigen Wettermodellen könnten Notfallmaßnahmen besser koordiniert und weiter im voraus geplant werden. Bestenfalls ließen sich extreme Smog-Ereignisse sogar durch frühes Gegensteuern verhindern.
Der Betrieb des Großrechners "Tianhe-1A" ist zwar teuer, denn er benötigt Strom mit einer elektrischen Leistung von rund vier Megawatt . Doch die Ausgaben für den Strom, der ausreichen würde, um etwa 10.000 Vier-Personen-Haushalte in Deutschland zu versorgen, könnten sich lohnen. Smog-Schäden, beispielsweise durch den Stopp von Bauarbeiten oder eingeschränkten Nahverkehr, setzen Chinas Wirtschaft zu. Und auch die Gesundheitskosten sind enorm: Viele Großstädter in China habe eine niedrige Lebenserwartung und leiden unter smogbedingten Krankheiten.