Windows-Uhr: Microsoft plant angeblich eine Smartwatch - DER SPIEGEL
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Windows am Arm Auch Microsoft plant Smartwatch

Jetzt also auch Microsoft: Einem Medienbericht zufolge arbeitet der Konzern an einer Smartwatch, wie angeblich auch Samsung, Google und Apple. Doch anders als die Konkurrenz hat der Windows-Hersteller schon Erfahrungen auf diesem Gebiet gemacht - schmerzliche.
Ex-Microsoft-Chef Bill Gates: 2003 schon eine Vision von der Uhr der Zukunft
Ex-Microsoft-Chef Bill Gates: 2003 schon eine Vision von der Uhr der Zukunft

Ex-Microsoft-Chef Bill Gates: 2003 schon eine Vision von der Uhr der Zukunft

Foto: Jeff_Christensen / dpa
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Wie so oft sind es die Zulieferer, die geplaudert haben sollen. Dem "Wall Street Journal " haben Manager mehrerer Firmen, die Microsoft mit Bauteilen für Hardware-Produkte versorgen, ausgeplaudert, dass der Windows-Konzern eine Touchscreen-Armbanduhr plant. Microsoft entwickelt also eine Armbanduhr, bei der die Zeitanzeige bloßes Beiwerk ist, die vor allem Computer- und Smartphone-Funktionen tragbar machen soll.

Microsoft würde sich damit auf eine Linie mit den weltgrößten Elektronik- und Internetkonzernen begeben. Denn fast jeder größeren Firma, die etwas mit Smartphones zu tun hat, werden mittlerweile derartige Entwicklungspläne zugesprochen. Angeblich arbeiten die Ingenieure bei Apple, Google und Samsung an solchen Projekten. Bislang haben aber allein die Koreaner das auch offiziell bestätigt. Alle anderen schweigen zu solchen Gerüchten, so auch Microsoft.

Dem Bericht des "Wall Street Journals" zufolge hat Microsoft zu Jahresbeginn bei mehreren asiatischen Zulieferern Komponenten für den Bau möglicher uhrenähnlicher Geräte bestellt. Einer der Informanten will sich sogar mit Microsoft-Oberen im Forschungszentrum des Konzerns in Redmond getroffen haben. Die hätten jedoch gesagt, es sei noch nicht sicher, ob das Projekt wirklich durchgeführt werde.

Das gibt es schon

Somit bleibt die Konkurrenzsituation auf dem Markt für die neuen Hightech-Uhren vorerst überschaubar. Sony hat eine Android-Uhr im Angebot, die letztlich nur ein zweiter Bildschirm für das Smartphone ist. Sie kann unter anderem über neue E-Mails, SMS und Tweets informieren sowie Musik abspielen, das alles aber nur in Verbindung mit dem Handy (99 Euro).

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Foto: SPIEGEL ONLINE

Wesentlich teurer und ebenso wenig autark ist die italienische I'm Watch, die aber edler aussieht. Besonders viel Ausdauer verspricht die amerikanische Pebble, die mit ihren E-Ink-Display nur einen sehr begrenzten Funktionsumfang bietet. Die 80 Euro billige Smartwatch von Pearl konnte im Test nicht überzeugen.

Das gab es schon

Vielleicht sind diese Computeruhren erst der Anfang eines neuen Hypes. Das Marktforschungsunternehmen Gartner ist dieser Meinung und prognostiziert, dass schon 2016 Hightech-Uhren jährlich zehn Milliarden Dollar Umsatz bringen sollen.

Dass Microsoft nun als letzter auf diesen Zug aufspringt, muss sich der Konzern nicht vorwerfen lassen - im Gegenteil. Eigentlich könnte sich das Unternehmen als Smartwatch-Vorreiter feiern lassen. Bereits vor zehn Jahren, auf der Unterhaltungselektronikmesse CES 2003, kündigte Microsoft-Gründer Bill Gates die sogenannten Spot-Uhren an.

Bill Gates wollte "Millionen Uhren verkaufen"

Spot war ein Kürzel für das Wortungetüm "Smart Personal Object Technology". Abhängig von Uhrzeit, Position und den persönlichen Vorlieben ihres Besitzers sollten diese Uhren passende Informationen auf ihrem Bildschirm anzeigen. Welche das sein sollten, konnte man per Fernsteuerung am PC festlegen.

Von persönlichen Nachrichten, Wettermeldungen und Sportereignissen, die dort ablesbar sein sollen, schwärmte Gates damals. Über ein eigens dafür errichtetes Funknetz sollten die Nachrichten stromsparend auf die Handgelenke der Digitaluhrenträger gesendet werden. Und damit nicht genug: Auch Magnetuhren zum Anpinnen an den Kühlschrank und Radiowecker mit Spot-Technologie hatte man in petto. Im Interview erklärte der Microsoft-Chef damals als Ziel, "Millionen von diesen Uhren zu verkaufen".

Daraus wurde bekanntlich nichts. Lange führten Microsofts Zeiteisen ein Schattendasein am Rande der Wahrnehmungsgrenze. 2008 wurde der Vertrieb schließlich eingestellt. Vielleicht kommt ja der zweite Versuch besser beim Kunden an.