Angespielt: Assassin's Creed: Rogue - DER SPIEGEL
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"Rogue": Das bessere "Assassin's Creed"

Foto: Ubisoft

"Assassin's Creed: Rogue" Frische Luft auf hoher See

"Assassin's Creed Unity" ist überladen und manchmal mühselig. Das kurz darauf erschienene "Rogue" für PC und ältere Konsolen dagegen ist wie ein frischer Wind: Schlank, spannend und mit der Hochseemechanik, die man aus "Black Flag" kennt.
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Endlich! Wieder einmal stehe ich am Steuer eines Segelschiffes. Gebe den Befehl Segelsetzen, navigiere zwischen Felsen hindurch. Ich trotze den Sturmböen, setze Breitseiten gegen gegnerische Schiffe ab und entere sie dann. Ich steuere mein Schiff durch die Weiten des Meeres, während meine Mannschaft Shanties singt. Ich fühle mich sofort heimisch in "Assassin's Creed: Rogue".

"Rogue" ist das zweite "Assassin's Creed"-Spiel, das in dieser Woche erscheint. Selbst nach den Maßstäben einer Reihe, deren Teile jährlich erscheinen, scheint das ein wenig viel zu sein. Doch die Idee ist nicht verkehrt: Während "Unity" exklusiv für die neue Konsolengeneration erscheint, ist "Rogue" für Spieler gedacht, die noch die alten Geräte haben. Und die dürfen sich glücklich schätzen. "Rogue" ist nämlich das bessere Spiel. Was mehr über "Unity" sagt als über "Rogue". Im Grunde nämlich ist das ein aus den Zutaten des Vorgängers "Black Flag" recyceltes Spiel, das spielerisch nur wenig neue Akzente setzt.

Dennoch: Nachdem ich mich durch "Unity" gekämpft hatte, fühlten sich schon die ersten Minuten von "Rogue" wie ein frischer Luftzug an. Es ist ein Spiel, das mich vom ersten Moment an mitnimmt. Was sicher daran liegt, dass ich die Steuerung im Schlaf beherrsche, ist sie doch komplett vom Vorgänger "Black Flag" übernommen. Und so kann ich durch kleine Siedlungen schleichen, Wachen überlisten und meine Ziele erledigen. Ich kann mit dem Schiff über den Nordatlantik fahren und Teile der großen Seen Nordamerikas erkunden. Und dabei die Geschichte von Shay Patrick Cormac erleben, einem Assassinen, der zum Templer wird. Eine typische Geschichte der Reihe also, auch wenn sie mit der Wandlung einen interessanten Dreh hat. Doch darum geht es hier nur am Rande. Eigentlich stehen wieder die große, offene Welt und das Schiff im Mittelpunkt. Mehr braucht es kaum.

"Assassin's Creed: Rogue" ist ein von allem möglichen Ballast befreites Spiel. Es hat keine Microtransaktionen, keinen Zwang, online zu gehen, um Spieleinhalte freischalten zu können. Es ist einfach da. Und das ist nach dem überladenen "Unity" eines der besten Dinge, die "Assassin's Creed"-Spielern passieren konnte.

"Assassin's Creed: Rogue" von Ubisoft, für Xbox 360, Playstation 3 und PC, ab 45 Euro; USK: Ab 16 Jahren