Angespielt: "Fire Emblem: Awakening" - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen
Fotostrecke

Angespielt: Fire Emblem: Awakening

Foto: Nintendo

Angespielt "Fire Emblem - Awakening"

Wer in diesem Spiel seine Feinde besiegen will, braucht einen wachen Geist. "Fire Emblem: Awakening" für Nintendo 3DS spielt sich wie eine Kreuzung aus Schere, Stein, Papier - und Schach. Das rundenbasierte Strategiespiel ist ein packendes kleines Meisterwerk.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Ein schwerer Schlag. Sumia geht zu Boden und zieht sich zurück. Ich muss ohne sie auskommen, den Kampf mit dem Rest meines Teams bestehen. Sumia wird später wieder in meine Gruppe zurückkehren. Doch jetzt fehlt sie. Sehr.

Nintendos "Fire Emblem" ist eine Spieleserie mit Geschichte. Entwickelt wurde sie von Intelligent Systems, einem Nintendo-Studio, das unter anderem die "Advance Wars"-Serie betreut, auch das sind rundenbasierte Strategiespiele. Der erste Teil der "Fire Emblem"-Serie wurde bereits 1990 in Japan veröffentlicht. In den Westen kam die Serie erst 2003 mit einem Teil für den Gameboy Advance, "Awakening" ist der erste für Nintendos 3DS-Konsole konzipierte Ableger.

Der macht dort eine hervorragende Figur. Die 3-D-Grafik sieht prima aus, auch wenn sie für das Geschehen nicht entscheidend ist. Wichtiger ist das rundenbasierte Spielprinzip: Taktik ist gefragt, die richtige Verteilung der Ressourcen, die passende Auswahl an Spielfiguren, die richtigen Waffen. Alles, um Prinz Chrom zu helfen, sein Land Ylisse zu schützen. Das wird von einem benachbarten Land und einer Armee Untoter bedroht. Die Hirten, wie die Schutztruppe von Ylisse heißt, stellen sich gegen sie. Mein selbstgestalteter Protagonist steht mittendrin, hat sich ihnen angeschlossen. Sie fanden ihn auf einer Wiese schlafend, ohne Erinnerung an seine Herkunft.

Nach einer Stunde Spiel ahne ich, dass es schwierig werden wird. Noch immer befinde ich mich im Lernmodus. Neue Taktiken werden mir in jeder Kampfrunde erklärt. Wie ich Kräfte bündeln kann, wie ich Spielfiguren dazu bringe, sich gegenseitig zu unterstützen und welche Waffe welche schlägt. Eine Kreuzung aus Schere, Stein, Papier und Schach ist "Fire Emblem", nur viel komplexer. Immer länger überlege ich vor den einzelnen Zügen, möchte alles richtig machen und übersehe dann doch einen Gegner, der sich prompt auf meine schwächste Figur stürzt. Wie bei Sumia, die schon einen Angriff nur knapp überlebt hat und jetzt aussetzen muss. Glücklicherweise spiele ich nur in der normalen Schwierigkeitsstufe. Hätte ich eine höhere gewählt, wäre sie jetzt für immer verschwunden.

Und das macht bei "Fire Emblem: Awakening" viel aus. Die Geschichte bringt einem die einzelnen Figuren näher, ich sehe die Freundschaften, die sich zwischen ihnen entwickeln, und fange an, selbst den verkrampften Frederick zu schätzen - und das nicht nur wegen seiner Stärke, die schon so manchen Kampf für mich entschieden hat. Sumia, die offensichtlich für den Prinzen schwärmt, oder Sully, bei der ich tief durchatme, als sie mit dem letzten Gesundheitspunkt noch ihren Gegner abwehrt und besiegt. Noch einmal möchte ich keinen dieser Truppe verlieren. Und ich werde noch öfter in diese Situation kommen. "Fire Emblem: Awakening" ist packend und lässt mich nur schwer los.


"Fire Emblem: Awankeing" von Nintendo für 3DS, ca. 45 Euro; USK: Ab 12 Jahren

Das sagen die Anderen: "Fire Emblem: Awakening" sammelt Höchstwertungen ein. Ausgereiftes Gameplay, das sowohl für Fans der Reihe als auch Neueinsteiger geeignet ist, eine Geschichte, die mitreißt, und die schöne Grafik begeistern die Kritiker, die das Spiel nahezu uneingeschränkt empfehlen.