Angespielt: Infamous 2
Angespielt Infamous 2
Der Elektromann ist zurück. Der Elektromann ist Cole McGrath, ein Fahrradkurier, der bei einem Unfall Superkräfte bekommen hat und mit verschiedenen Sorten von Elektroblitzen die Welt vor einer bösen Bestie retten muss. Nachdem das im ersten Teil von "Infamous" nicht geklappt hat, kann er es hier noch einmal versuchen.
War im ersten Teil ein New York-Klon namens Empire City der Schauplatz, das in einem an den 11. September 2001 erinnernden Szenario verwüstet wurde, spielt der zweite Teil in einer Stadt namens New Marais, die auf New Orleans basiert, einem New Orleans nach dem Hurricane Kathrina. Auch wenn es so wirkt, als würden hier amerikanische Traumata aufgearbeitet, bestimmen diese Hintergründe nur zu einem kleinen Teil die Atmosphäre des Spiels. Letztlich dient alles nur dazu, ein möglichst vielfältiges und lebendiges Spielfeld für den Kampf zwischen Cole McGrath und seinen Gegnern zu bieten, seien es Miliztruppen oder merkwürdige Monster. Als Spielplatz für Superkräfte, mit denen man jedes Haus erklimmt, auf den Oberleitungen von Straßenbahnen surft oder seine Gegner mit Elektroschocks bekämpft.
Leichtgewichtig wirkt das, fast sorglos manchmal, obwohl sich die Entwickler alle Mühe geben, die Geschichte des Spiels gewichtig erscheinen zu lassen. Sie sogar ein Karmasystem eingebaut haben, auf das sich sämtliche Taten auswirken und die Geschichte beeinflussen.
Letztlich ist das aber egal, denn im Grunde ist "Infamous 2" nur ein Abenteuerspielplatz für Superhelden, in dem sich auch die Geschichte des Sucker Punch-Studios zeigt, die Anfang der 2000er Jahre die wunderbar leichten "Sly Racoon"-Abenteuer gemacht haben. Waren diese Abenteuer eines diebischen Waschbären noch auf dem Donald Duck-Niveau, so nähern sie sich hier den Superhelden an, die aber auch keine ernste Mission haben. Und so ist es fast egal, ob man als Sly oder als Cole durch die Welt hüpft. Spaß macht das immer und nimmt einen auch schnell gefangen. Dauerhaften Nährwert aber hat das nicht.
"Infamous 2" von Sony, für Playstation 3 ca. 55 Euro; USK: Ab 16 Jahren
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