Angespielt: Rage
Angespielt Rage
Eine Knarre, ein Auto, viele Gegner: Einfache Strickmuster können manchmal durchaus schön sein sein. "Rage" bedient dieses Verlangen. Es ist ein simpler Ego-Shooter mit hervorragender Grafik - mehr will es nicht sein. "Rage" ist das neueste Spiel von id Software, den Vätern des Ego-Shooters, den Erfindern von Klassikern wie "Doom" und "Quake", dem Studio, in dem Entwicklerlegende John Carmack an der neuesten Technik baut. "Rage" ist ein Spiel, das auf das setzt, was das Studio groß gemacht hat und neumodischen Schnickschnack so gut wie möglich draußen lässt. Mit anderen Worten: "Rage" sieht großartig aus, hat eine hervorragende Spielmechanik, verzichtet aber auf Dinge wie eine kohärente Geschichte oder filmische Zwischensequenzen, in denen die Probleme der Welt abgehandelt werden. Hart und schnell ist es, genau wie John Carmack es am liebsten hat. "Rage" kommt schnell zum Punkt.
Der Titel wirft die Spieler in ein postapokalyptisches Szenario: Ein Meteorit hat große Teile der Erde zerstört, die Menschheit dezimiert und ein Ödland geschaffen, in dem sich Banden untereinander bekriegen und eine ominöse Regierung zwielichtig agiert. Davon hat der namenlose Protagonist recht wenig gemerkt, denn er ist vor dem Meteoriteneinschlag in eine Art Überlebenskammer eingesperrt worden, in eine so genannten Arche. Jetzt ist das 109 Jahre her und die Welt eine völlig andere. Für ihn geht es darum, zu überleben, zwielichtigen Gestalten zu entkommen und eine Verschwörung aufzudecken. Und das tut er, in dem er sich mit wichtigen Personen gut stellt, Aufträge übernimmt, Autorennen fährt und die Bösen abknallt. So simpel, so überzeugend - und so bekannt, denn in ausgefeilterer Form kennt man sehr ähnliche Plots etwa von der "Fallout"-Reihe.
Doch trotz eines Mangels an Geschichte hat "Rage" Charme. Die Figuren, die man im Ödland trifft, sind zwar wenig mehr als kostümierte Missionsmitteilungen aber in ihrer Vielseitigkeit charmant. Die Siedlungen sind wuselig genug, um sich in ihnen zu Hause zu fühlen und die Autorennen können zwar eine Rennsimulation nicht ersetzen, machen aber trotzdem sehr viel Spaß.
Im Grunde unterstützen all diese Nebenschauplätze nur eines: Den Ego-Shooter-Teil. Und der ist wieder großartig. Unglaublich flüssig läuft die Grafik, die Steuerung sehr präzise und direkt. Die Level sind groß genug, um sich in ihnen zu verlieren, die Gegner abwechslungsreich. Zudem gibt id Software den Spielern nicht nur Gewehre in die Hand, sondern lässt sie auch Gadgets bauen. So können ferngesteuerte Bombenautos eingesetzt werden oder kleine spinnenbeinige Roboter. Das macht "Rage" vielseitiger als die meisten anderen Shooter. "Rage" ist nichts für Spieler, die eine ausgefeilte Hintergrundgeschichte brauchen. Es ist nichts für Spieler, die ein technisch hochwertiges Moorhuhnschießen wie "Modern Warfare" mögen. "Rage" legt Wert auf Action, auf Taktik, auf Schnelligkeit und steht damit mehr in der Tradition von "Doom" und "Quake" als man auf den ersten Blick vermutet.
"Rage" von Bethesda, für PC, Xbox 360 und Playstation 3, ab 45 Euro; USK: Ab 18 Jahren
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