Angespielt: Resistance 3
Angespielt Resistance 3
Aliens, Weltkrieg, Superwaffen: Auf den ersten Blick unterscheidet sich "Resistance 3" nicht von anderen Actionspielen. Es ist ein Egoshooter, grafisch auf der Höhe der Zeit, spieltechnisch etwas konservativ. Herausragend ist "Resistance 3" aber dennoch, denn es bleibt trotz optischer Materialschlacht demütig.
Das Spiel schafft es, in allem grafischen Geprotze eine einfache Geschichte zu erzählen, ein menschliches Schicksal. Die Hintergrundgeschichte der "Resistance"-Reihe ist denkbar simpel: Außerirdische, passend Bestien genannt, verhalten sich diesem Titel entsprechend und unterjochen nach Ende des zweiten Weltkriegs von Russland aus kommend erst Europa und dann Amerika. Nur einzelne Menschengruppen entkommen den Besatzern, die keine Gefangenen machen, sondern am liebsten metzeln.
In diese Welt setzen die Entwickler von "Resistance 3" den aus der Armee ausgestoßenen Joseph Capelli und lassen ihn von seinem Unterschlupf in der Ödnis Oaklahomas über den Mississippi und durch die Minen Pennsylvanias nach New York ziehen. Unterwegs lassen sie ihn auf andere Überlebende treffen, auf einsame Kämpfer, gottesfürchtige Gemeinden und Menschen, die jegliche Menschlichkeit hinter sich gelassen haben.
"Resistance 3" ist in vielen Dingen altmodisch, benutzt keine automatische Heilung des Protagonisten, sondern zwingt zum Suchen von Medizin. Es setzt nicht auf ausgefeilte künstliche Intelligenz, sondern schickt gerne einmal Gegnermassen los. Zudem bedient es sich ausgiebig bei Spielen wie "Half-Life 2", dessen Flussfahrt und Minenlevel hier deutlich Pate standen. Schade nur, dass das Spiel seinen Protagonisten im letzten Drittel etwas aus den Augen verliert und hier fast nur auf Massenschlachten setzt, die selbst im niedrigsten Schwierigkeitsgrad frustrierend sein können. Dennoch: "Resistance 3" ist im Gegensatz zu so vielen dick auftragenden Actionspielen ohne Substanz eine Wohltat: Stimmig, berührend und herausfordernd.