Vasenspiel: "Apotheon" im Test
"Apotheon" im Test Wenn der Kampf zum Kunstwerk wird
Nikandreos zieht sein Schwert, schlägt auf den Gegner ein. Besiegt ihn und zieht weiter. Zum nächsten Ort, zur nächsten Schlacht, zur nächsten Aufgabe. Und ich begleite ihn, steuere ihn und versuche, ihn nicht aus den Augen zu verlieren, mich nicht von der Grafik beeindrucken zu lassen. Was schwer ist, denn sie ist sehr besonders. Ich möchte jedes Detail sehen. Wie im Museum. Da kommt sie schließlich her.
"Apotheon" ist ein Spiel des kleinen kanadischen Entwicklerstudios Alientrap. Das bisher relativ unbekannte Studio macht jetzt umso deutlicher auf sich aufmerksam. Weil es die Bilder, die man von griechischen Vasen kennt, zum Laufen bringt. Und das mit einem Spielprinzip verknüpft, das wunderbar funktioniert, auch wenn man es aus Spielen wie "Metroid" kennt: Je mehr Fähigkeiten man sammelt, desto mehr Orte stehen einem offen.
Und so steuere ich Nikandreos aus seinem sterbenden Heimatort in die Götterwelt, um Rache an denen zu üben, die die Menschen hinter sich lassen. Nach und nach suche ich die Götter heim, erledige sie. Einen nach dem anderen. Und kann kaum genug bekommen. Nicht nur, weil die Kämpfe leicht von der Hand gehen und mit ihrer taktischen Vielseitigkeit gleichzeitig ungemein befriedigend sind. Auch wenn man verletzt wird übrigens, denn dann überziehen leichte Sprünge die Grafik, wie bei einer zerbrochenen Vase.
"Apotheon" ist aber vor allem deshalb so gut, weil seine Welt so einzigartig ist. Weil kein Level dem anderen gleicht, immer neue und überraschende Bilder auftauchen, die Grafik auch deshalb so erstaunlich ist, weil sie so vielseitig sein kann und aus ihr immer neue Welten entstehen. Man wundert sich, warum erst jetzt jemand auf diese Idee gekommen ist, so schlüssig und gut wirkt "Apotheon".
"Apotheon" von Alientrap, Download für Playstation 4, PC, Mac, Linux, ca. 15 Euro