CameraSim 3D: Fotografieren lernen per First-Person-Computerspiel - DER SPIEGEL
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Kuriose Software: Wie Sie "CameraSim 3D" zum Profi-Fotografen machen will

Foto: CameraSim 3D

Browserspiel "CameraSim 3D" Fotografieren lernen im Shooter-Stil

Eine Spiegelreflexkamera zu bedienen, fällt nicht jedem leicht. Ein Softwarentwickler will Interessierte spielerisch an das Thema heranführen: Sein "CameraSim 3D" sieht aus wie ein Ego-Shooter, doch man lernt darin, Fotos zu schießen.
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Ständig sprinten, feuern, nachladen? Von der Hektik, die Ego-Shooter üblicherweise mit sich bringen, ist das Browserspiel "CameraSim 3D"  weit entfernt. Obwohl das Spiel optisch an "Counter-Strike" erinnert, hat es einen völlig anderen Schwerpunkt: Hier geht es um perfekte Aufnahmen, ums Zoomen und Fokussieren, darum, Gegenstände ins richtige Licht zu setzen. Knipsen statt Knallen.

"CameraSim 3D" ist ein Projekt des Entwicklers Jon Arnold, das Laien helfen soll, den Umgang mit Spiegelreflexkameras zu lernen. So gilt es zum Beispiel, einen Level-Ausschnitt so zu fotografieren, dass nicht der Getränkeautomat im Hintergrund des Motivs scharf ist, sondern die Flasche im Vordergrund. "Gute Aufnahme! Die Flasche ist schön fokussiert", lobt das Spiel, wenn das gelingt.

Ziel seiner Software sei es, Spiegelreflexkameras zu entmystifizieren, erklärt Jon Arnold in einem Interview . Als er einem Freund den ISO-Wert und die Blendensteuerung erklärte, sei ihm aufgefallen, dass diese Dinge komplizierter klangen, als sie in der Praxis sind. "Ich dachte mir, ich könnte etwas bauen, um das alles optisch zu erklären."

Probleme mit Chrome und Safari

Aus diesem Gedanken entstand nun Arnolds Trainingsspiel, das wie die meisten Actionspiele gesteuert wird: Mit den Tasten WAS und D auf der PC-Tastatur läuft man zwischen Pylonen und Kisten entlang, per Maus kann man sich umschauen. Fotos schießt man mit der linken Maustaste, das Mausrad reguliert den Zoom. Mit Hilfe eines simulierten Kameramenüs lassen sich etwa der Weißabgleich und die Verschlusszeit einstellen.

Bislang existiert von "CameraSim 3D" nur eine kostenlose Demo-Version, das 15-minütige Einführungslevel des Spiels. Doch es gibt Anlass zu der Hoffnung, dass Arnolds Software auch länger als eine Viertelstunde unterhält. Einerseits spricht dafür, dass der Entwickler schon ähnliche Projekte wie die App "CameraSim" umgesetzt hat. Anderseits macht die Kostprobe von "CameraSim 3D" durchaus den Eindruck, dass das Spielkonzept funktionieren könnte. Trotz der bestenfalls netten Grafik erkennt man beispielsweise gut, ob das gerade geplante Foto wohl ausreichend scharf sein wird.

Die Vollversion von Arnolds Programm soll noch diesen Sommer erscheinen, bis dahin muss der Entwickler noch einige technische Mängel bereinigen. Derzeit gibt es etwa Probleme, wenn man "CameraSim 3D" mit den Browsern Chrome oder Safari ausprobieren will. Ein Trailer des Spiels zeigt, dass die Vollversion unter anderem Natur- und Indooraufnahmen ermöglichen soll, ebenso Aufnahmen von beweglichen Objekten wie einer Windmühle.

Nicht das erste Fotografie-Spiel

"CameraSim 3D" ist übrigens nicht die erste Software, die sich dem Thema Fotografie widmet. Selbst in manchen klassischen Computerspielen ist die Kamera ein entscheidendes Spielelement, beispielsweise in "Beyond Good & Evil" aus dem Jahr 2003. Drei Jahre zuvor war auch schon "Pokemon Snap" erschienen: In diesem Ableger der "Pokemon"-Reihe geht es darum, eine Insel zu erkunden und alle dort lebenden Monster möglichst perfekt abzulichten.

2011 hatte ein Studio aus Australien ein Spiel angekündigt worden, das die Arbeit einer Kriegsreporterin simulieren sollte - statt einer Waffe sollte man in "Warco" eine Handkamera tragen. Mittlerweile scheint die Entwicklung dieses Spiels jedoch eingestellt worden zu sein.

mbö

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