Früherer Nintendo-Chef Yamauchi ist tot - DER SPIEGEL
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Nintendo Legendärer Firmenchef Yamauchi ist tot

Unter seiner Ägide wandelte sich Nintendo vom Spielkarten-Hersteller zum globalen Videospielkonzern: Hiroshi Yamauchi war über 50 Jahre lang Präsident des japanischen Konzerns. Nun ist Yamauchi im Alter von 85 Jahren gestorben.
Hiroshi Yamauchi: Leitete den Nintendo-Konzern für über 50 Jahre
Hiroshi Yamauchi: Leitete den Nintendo-Konzern für über 50 Jahre

Hiroshi Yamauchi: Leitete den Nintendo-Konzern für über 50 Jahre

Foto: Reuters/ REUTERS
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Tokio - Der Weg des japanischen Konzerns Nintendo ist untrennbar mit seinem Namen verbunden: Als Hiroshi Yamauchi die Leitung des Unternehmens im Jahr 1949 übernahm, stellte es japanische Spielkarten her, sogenannte Hanafuda-Karten. Yamauchi war der Enkel von Fusajiro Yamauchi, der das Unternehmen im Jahr 1889 gegründet hatte. Später machte er Nintendo zu dem, was es heute ist: eine globale Marke, ein Synonym für Videospiele.

Ab Mitte der Fünfziger stellte der Konzern unter Yamauchis Führung erstmals auch Spielzeug her, ab Mitte der siebziger Jahre verkaufte das Unternehmen in Japan auch elektronische Spiele, zunächst die Ur-Spielkonsole Magnavox Odyssey aus den USA in Lizenz. Dann begann der Konzern eigene Geräte herzustellen, sowohl Konsolen für den Fernseher zu Hause als auch Automaten für Spielhallen.

Zu den frühen Heimgeräten zählte etwa die Spielekonsole Famicom, die außerhalb Japans schließlich als Nintendo Entertainment System vermarktet wurde. In den achtziger Jahren entstanden dafür Spielemarken, die bis heute maßgeblich für den Erfolg von Nintendo verantwortlich sind wie "Super Mario Bros." und "Legend of Zelda".

Einer der Väter der Branche

Mit dem Game Boy leitete Nintendo die Ära der mobilen Spielekonsolen ein. In die Ära Yamauchi fallen viele weitere Nintendo-Produkte, neben unzähligen Spielen für diverse Plattformen etwa die Wohnzimmerkonsolen SNES, Nintendo 64 und GameCube sowie diverse mobile Spielgeräte, zunächst stets unter der Dachmarke Game Boy. Yamauchi leitete das Unternehmen bis zum Jahr 2002. Bis zu seinem Tod hatte er den Posten eines externen Beraters inne.

Auf dem Höhepunkt des Erfolges der Wohnzimmerkonsole Nintendo Wii vor fünf Jahren führte das Forbes-Magazins Yamauchi als reichsten Mann Japans auf. Damals wurde sein Nettovermögen auf 7,8 Milliarden Dollar beziffert.

Später rutschte er auf Platz 13 der reichsten Japaner ab, mit einem geschätzten Vermögen von immer noch 2,1 Milliarden Dollar. Für Schlagzeilen sorgte Yamauchi auch mit dem Kauf des US-Baseball-Teams Seattle Mariners 1992, das er damit vor der Pleite rettete. Später übernahm Nintendo America den Verein.

Am Donnerstag ist Yamauchi im Alter von 85 Jahren gestorben, an den Folgen einer Lungenentzündung. Er wird als einer der Väter der internationalen Videospielindustrie in die Geschichte eingehen, unter dessen Leitung Nintendo Innovationen und Konzepte entwickelte, von denen die Branche bis heute zehrt.

cis/Reuters