Spielestudio id Software: Einfache Geschichten, starke Grafik
Game-Engine Entwickler stellt "Doom 3"-Quellcode gratis ins Netz
Weihnachten war für Spieleentwickler schon gestern: Programmiererlegende John Carmack hat endlich das Herzstück des "Doom 3"-Quellcodes veröffentlicht, die " id Tech 4 "-Game-Engine. Für Programmieranfänger bietet sich damit die einmalige Gelegenheit, zu sehen, wie eine (noch immer) moderne Game-Engine funktioniert und wie Carmack, ein Meister der Programmierung, arbeitet; Fortgeschrittene können auf dieser Engine aufbauen und eigene Spiele mit "Doom 3"-Grafik entwickeln .
Die "id Tech 4"-Engine wurde zuerst 2004 im Computerspiel "Doom 3" eingesetzt, in sieben weiteren Spielen verwendet und dient der aktuellen Game-Engine von id Software als technisches Vorbild.
Wie schon zuvor, als Carmack den Quellcode anderer Spiele veröffentlichte, dürfte diese Veröffentlichung die Entwicklung von Spielen aus der unabhängigen Entwickler-Szene ("Indie Games") beflügeln. Man muss sich diese Quellcode-Veröffentlichung vorstellen wie einen Blick in die Fertigungspläne eines Autoherstellers: Für das wissende Auge enthüllt sich damit wahres Programmier-Geheimwissen: Aha, so geht das.
Die Game-Engine ist das Herzstück eines Spiels: Dort werden Grafik und Sound eines Spiel berechnet und Netzwerk-Funktionen bereitgestellt. Die eigentlichen Spielinhalte, also die Spielwelt samt Umgebung, Charaktere, Geräusch- und Grafikdateien gehören nicht dazu. Mit dem "Doom 3"-Quellcode kann also nicht jeder eine kostenlose Version des Ballerspiels nachbauen (kostet im Laden noch immer zwischen 10 und 20 Euro), sondern nur die technischen Fähigkeiten für sein Spiel- oder Software-Projekt übernehmen.
Carmack gilt als Programmierer-Genie, seine Game-Engines gelten als Meisterwerke. Carmack veröffentlicht regelmäßig Quellcodes seiner Spiele, zuletzt die des Ballerspiel-Erfolgs "Quake 3". Eigentlich wollte er "id Tech 4" schon im August dieses Jahres für andere Programmierer freigeben, ein Lizenzstreit um eine besonders clevere Lösung für rechnerschonenende Schattenwürfe nötigte ihm erneute Programmierarbeit ab: Er implementierte in zwei neuen und vier veränderten Zeilen des "id Tech 4"-Codes einfach eine andere Schatten-Technik.