Weltgrößtes Videospiel-Event Gamescom findet dieses Jahr nur online statt
Figuren aus Videospielen: Auch Super Mario ist einer der Gamescom-Teilnehmer
Foto: Oliver Berg/ DPADie Game Developers Conference (GDC) in San Francisco war Anfang April bereits ausgefallen, auch die Absage der noch wichtigeren Spielemesse E3 in Los Angeles stand fest: Die Gamescom-Veranstalter jedoch konnte das in ihrem Optimismus nicht erschüttern, jedenfalls auf dem Papier nicht.
Noch vergangene Woche luden sie Medienvertreter zu einem Besuch in Köln ein, wo die Gamescom für den 25. bis 29. August angesetzt war. Wie in jedem Jahr wurde mit Hunderttausenden Besuchern gerechnet.
Eine Woche später jedoch sieht die Lage anders aus. Bund und Länder haben sich am Mittwoch darauf geeinigt, wegen der Corona-Pandemie Großveranstaltungen grundsätzlich zu untersagen - mindestens bis zum 31. August. Und eine Großveranstaltung, nun ja, das ist die Gamescom als weltgrößte Videospiel-Publikumsmesse nach jeder Definition.
Der Twitter-Account der Messe reagierte zunächst nur mit einem vagen Tweet auf die Entscheidung aus der Politik: Der Entschluss werde die Planung der Gamescom beeinflussen, hieß es darin, und: Digital werde die Gamescom 2020 auf jeden Fall stattfinden.
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Bereits gekaufte Tickets sollen erstattet werden
Mehr Klarheit brachte am Donnerstagabend eine Pressemitteilung: Mit dem Verbot für Großveranstaltungen stehe fest, dass es dieses Jahr keine "Business Area" (gemeint ist der Fachbesucher-Teil der Messe) "im bisherigen Format vor Ort" geben könne, heißt es darin, ebenso keine "Entertainment Area" (der Publikumsbereich). Oliver Frese, Geschäftsführer der Koelnmesse, spricht von einer "schmerzenden" Entscheidung.
Praktisch bedeutet die Ansage: Die klassische Gamescom, mit aufwendig kostümierten Fans und riesigen Spielstationen, fällt 2020 aus. Aufrechterhalten und ausgebaut wird dagegen der Online-Teil der Show.
Nach Angaben der Gamescom-Veranstalter wird im Zuge dessen auch die Devcom, eine Entwicklerkonferenz im Vorfeld der Messe, rein digital stattfinden.
Es gibt Geld zurück
Wie eine Gamescom als reines Online-Event aussehen wird, deuten die Veranstalter vorsichtig an: "Neben bewährten Formaten wie 'Gamescom: Opening Night Live' oder 'Gamescom Now' wird derzeit mit Hochdruck am Ausbau dieser und der Einführung zusätzlicher Module gearbeitet", heißt es. Konkretere Informationen werde man Mitte Mai bekannt geben.
Besuchern, die bereits Tickets für die Gamescom 2020 erworben haben, soll ihr Geld erstattet werden, versprechen die Veranstalter außerdem. Auch Aussteller sollen an die Koelnmesse geleistete Zahlungen zurückbekommen, "zu 100 Prozent". Dazu, wie genau Besucher an ihr Geld kommen, soll es in den kommenden Wochen mehr Details geben. Auf Twitter hieß es am Donnerstagabend, wer bereits ein Ticket gekauft habe, müsse erst einmal nichts tun.
Official statement regarding #gamescom2020 ⬇️ pic.twitter.com/fHaN4GOULM
— gamescom (@gamescom) April 16, 2020
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Viele Spielerinnen und Spieler dürften die Absage des Offline-Teils der Gamescom bedauern, wenngleich sie kaum jemanden wirklich überraschen dürfte. 2020 allerdings ist für Spielefans und Spielefirmen ein besonderes Jahr, denn für das Weihnachtsgeschäft sind mit Sonys Playstation 5 und Microsofts Xbox Series X gleich zwei neue Konsolen angekündigt. Sie hätten wohl auch in den Messehallen eine wichtige Rolle gespielt.
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Zugleich jedoch sieht sich auch die Spielebranche durch die Coronakrise unter Druck. So ist bereits die Veröffentlichung einiger Spieleneuheiten verschoben worden.