Hochkalorische Game-Werbung: Erfahrungspunkte aus Chipstüten - DER SPIEGEL
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Hochkalorische Game-Werbung Erfahrungspunkte aus Chipstüten

Mehr Spielerfolg durch Junk-Food? Wer in den USA Limonade oder Chips kauft, kann im Actionspiel "Call of Duty: Modern Warfare 3" schneller neue Waffen bekommen. Die Gamerszene reagiert humorvoll bis empört.
Screenshot der Aktions-Website: Limonade und Chips für mehr Erfahrungspunkte.
Screenshot der Aktions-Website: Limonade und Chips für mehr Erfahrungspunkte.

Screenshot der Aktions-Website: Limonade und Chips für mehr Erfahrungspunkte.

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Natürlich ist es nur ein Klischee, dass koffeinhaltige Limonade und Chipstüten zur Standardausstattung amerikanischer Gamer-Wohnzimmer gehören. Doch eine Kooperation der Spielefirma Activision  mit dem Pepsi-Konzern könnte den Absatz dieser Produkte jetzt ankurbeln. Dank einer Promotionaktion  vereinfacht die Junk-Food-Kombination nämlich das Erfahrungsammeln im bald erscheinenden Shooter "Call of Duty: Modern Warfare 3" .

Und das funktioniert so: Ab dem 4. Oktober werden in den USA spezielle "Mountain Dew"-Limonadeflaschen und "Doritos"-Nacho-Chips mit Gutschein-Codes verkauft. Diese lassen sich in "Modern Warfare 3" gegen einen kleinen Vorteil einlösen: eine "Double XP"-Spielzeit, in der die Leistungen des Spielers mit doppelt so vielen Erfahrungspunkten (englische Abkürzung: XP) belohnt werden wie ohne Limo-Code.

Der Kauf kleiner Limoflaschen bringt zum Beispiel jeweils 15 Minuten "Double XP"-Spielzeit. Nimmt man zur Limonade noch eine Tüte Chips dazu, gibt es dank des "Combo Bonus" noch einmal eine Viertelstunde extra.

Weil die Code-Aktion am 10. Oktober startet, "Modern Warfare 3" aber erst am 8. November erscheint, können sich Spieler schon im Vorfeld mit vielen Minuten "Double XP"-Spielzeit eindecken. So ist es gut möglich, dass Limonade-Käufer in den ersten Spielstunden schneller an neue Waffen kommen werden als andere Gamer (sofern sie sich nicht wesentlich ungeschickter anstellen). Maximal 24 Stunden "Double XP"-Spielzeit kann ein Spieler durch die Codes bekommen.

"Nichts anderes als scheußlich"

In der Gamerszene sorgt Activisions Promotionaktion sowohl für humorvolle Bemerkungen als auch für Ärger. Und zwar nicht primär wegen der Verknüpfung von Kalorien und Spielerfolg, sondern aus Gründen der Game-Gerechtigkeit Die Kooperation zwischen Pepsi und Activision sei nichts anderes als scheußlich, schimpft etwa ein Forbes-Kommentator , der die Aktion einen "neuen Tiefpunkt für die Industrie" nennt. Wenn das Spiel auf den Markt komme, werde man nicht wissen, ob Spieler auf höheren Leveln doppelt so lang und intensiv gespielt haben wie man selbst, oder, ob sie einfach eine Tonne Limonade und Chips gekauft haben, kritisiert er.

Tatsächlich unterscheidet sich Activisions Vorstoß von vorherigen Marketingkampagnen der Spielebranche. So kooperiert etwa Electronic Arts  seit Anfang 2010 mit Dr Pepper. Auf den Cola-Flaschen des US-Unternehmens finden sich seitdem Codes , die den Download von Zusatzinhalten ermöglichen. Allerdings haben diese Inhalte - anders als die Erfahrungspunkte in "Modern Warfare 3" - praktisch keinen Einfluss auf den Wettbewerb mit anderen Spielern. Es handelt sich unter anderem um neue Outfits für "Battlefield Heroes" und neue Körperteile für die Evolutionssimulation "Spore".

Nach Angaben der deutschen Activision-Pressestelle sind auch in Deutschland "Modern Warfare 3"-Promotionaktionen geplant. Mit Codes auf Chipstüten sei aber eher nicht zu rechnen.

mbö

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