"Mekorama": Such den roten Punkt, kleiner Roboter
Spiel-App "Mekorama" Such den roten Punkt, kleiner Roboter
Zu Beginn fliegt ein namenloser Roboter, schwarze Rauschwaden hinter sich herziehend, über den Bildschirm, plumpst schließlich in einen Teich. Das Spiel beginnt. "Tap to move" werde ich auf dem Display aufgefordert, die Menüsprache in "Mekorama" ist Englisch.
Die dreidimensionale Welt, in die der kleine Roboter gefallen ist, besteht aus unterschiedlich gestalteten Würfeln, auf denen ich einen Punkt markieren kann, zu dem sich der Blechmann dann in Bewegung setzt. Das Ziel ist ein rot markierter Würfel. Um den zu erreichen, muss ich verschiedene bewegliche Elemente in der Welt verschieben. Das ist nicht immer ganz einfach, deswegen geht die App wahlweise als 3D-Puzzle oder Rätsel durch.
Laden kann man das Spiel kostenlos für iOS und Android. Es ist werbefrei und verzichtet auf herkömmliche In-App-Käufe. Stattdessen hat sich Entwickler Martin Magni zur Finanzierung für das "Pay what you want"-Prinzip entschieden. Jeder Nutzer kann selbst entschieden, was ihm die App wert ist. Von 99 Cent bis 31,99 Euro kann ich zwischen sechs verschiedenen Summen wählen. Nach Level eins würde ich 3,99 Euro bezahlen. Das Spiel fängt gut an, aber die nächsthöhere Stufe, 7,99 Euro, scheinen mir für eine solche App doch etwas zu hoch gegriffen.
Meine Zahlungsbereitschaft sinkt
Ich spiele Level zwei, drei, vier, fünf und sechs, erklimme Türme, verschiebe und drücke, damit der Roboter ans Ziel kommt. Es beginnt, eintönig zu werden. Zwar taucht irgendwann ein roter Roboter auf, der mich am Erreichen des rot markierten Ziels hindern will, aber auch der macht die Sache nicht wirklich spannend. Die Schwierigkeit der ersten Level ist gering. Meistens weiß ich auf den ersten Blick, wie ich ans Ziel gelange, muss aber in mühsamer Kleinarbeit die Elemente verschieben und den nervigen roten Roboter loswerden. Doch um die höheren Level freizuschalten, muss ich mich erst durch diese Fleißarbeit durchbeißen. Meine Zahlungsbereitschaft sinkt auf 1,99 Euro.
Vielleicht sollte ich eigene Level bauen. Das Spiel bietet einen Level-Editor in dem jeder, dem die 50 vorhandenen Level nicht reichen, eigene Szenarien bauen kann. Die lassen sich dann sogar abfotografieren und per QR-Code mit Freunden teilen. Allerdings hat der Editor das gleiche Problem wie das Spiel selbst: Die Quadrate sind auf dem Smartphone-Display so klein, dass nicht nur das Antippen, sondern erst recht das Positionieren der Elemente eine feinmotorische Herausforderung ist, jedenfalls für mich. Meine Zahlungsbereitschaft sinkt auf die niedrigste Stufe, 99 Cent.
Endlich wird es knifflig
Ich kehre zurück zu den mitgelieferten Levels. Irgendwann muss es doch schwieriger werden. Und, tatsächlich, bei Level acht komme ich nicht weiter. Es besteht aus zwei Labyrinth-artigen Ebenen. Eine unter, eine über Wasser. Verbunden sind sie durch bewegliche Elemente, die ich als Fahrstuhl nutzen kann. Ich betrachte den Level aus allen Perspektiven, drehe und suche nach der Lösung für dieses Rätsel.
Als ich sie endlich gefunden habe, ist es wie immer: Die Freude über die eben bestandene Aufgabe treibt mich direkt in das nächste, noch schwerere Rätsel. Deswegen kann ich mich von Rätselspielen nicht trennen, bis ich sie durchgespielt habe - mir macht das einfach Spaß.
Denn letztlich ist das Spiel wirklich liebevoll designt und die Physik ist für eine App bemerkenswert gut gelungen. Ich werde wohl 1,99 Euro bezahlen. Auf einem größeren Handy oder einem Tablet wäre mir "Mekorama" vielleicht sogar noch mehr wert gewesen.
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