Spiel mit Blöcken: Das ist "Infinifactory"
Puzzlespiel "Infinifactory" Sieht so das nächste "Minecraft" aus?
Jetzt. Jetzt muss es klappen. Der Block kommt aus der Öffnung, fährt das Fließband entlang. Trifft sich mit einem anderen, wird mit diesem verschweißt. So weit läuft alles gut. Nun noch einmal um die Ecke, vorbei an einem weiteren Block. Eine Etage runter, genau wie geplant.
Aber halt! Was macht der andere Block? Er verschwindet einfach in der Tiefe. Fällt in ein Loch. Ich halte die Fließbänder an. Suche nach dem Fehler. Wie so oft in diesem Spiel.
"Infinifactory" ist das neue Spiel des Entwicklers Zach Barth, der unter dem Namen Zachtronics arbeitet. Auch wenn sein Name wenig bekannt ist, ist er doch für eines der meistverkauften Spiele der letzten Jahre mitverantwortlich. "Minecraft" basiert auf seinem Spiel "Infiniminer". Ein Spiel, in dem man Blöcke aus der Erde holte und sie zum Bauen verwendete.
Persson ist Millionär, Barth nicht
"Minecraft"-Entwickler Markus Persson macht kein Hehl aus seiner Begeisterung für Zach Barths Spielidee. Persson fand zwar die Umsetzung zu kompliziert, die Grafik nicht gut, aber er baute auf der Idee auf und wurde so zum Millionär. Zach Barth nicht.
Immer wieder denke ich über diese Geschichte nach, während ich "Infinifactory" spiele. Und auch hier finde ich ein Spiel, dessen Idee fesselt: Aus einzelnen Blöcken soll ich Fließbänder zusammenbauen, die Steine von Maschinen zu einem Sammelpunkt bringen. Auf dem Weg sollen sie bearbeitet werden.
"Infinifactory" überzeugt eher spielerisch als optisch
Foto: Zach IndustriesDie Fließbänder dürfen sich nicht kreuzen, müssen über- oder untereinander führen. Und wie bei jedem guten Puzzlespiel ist der Anfang einfach und gut zu verstehen, während es bald schwieriger und zunehmend komplex wird.
Ich teste Kunststücke
Dabei ist "Infinifactory" nicht auf eine bestimmte Lösung fixiert, sondern lässt mich komplexe Systeme bauen, auch wenn einfache verlangt sind. Es lässt mich absurde Ecken einbauen, Treppen, die nicht nötig sind, und kleine Kunststücke testen. Ich darf verschlungene Pfade bauen und das ein oder andere Mal in Schönheit sterben, weil ich nicht simpel und effektiv, sondern auch ansehnlich bauen wollte. "Infinifactory" kombiniert Spaß am Bauen mit anspruchsvollem Puzzeln.
Mein einziges Problem mit diesem hervorragenden Spiel ist die Präsentation. Dass ich einen Menschen spiele, der von Außerirdischen entführt wurde und jetzt für die dicklichen und mies gelaunten Wesen Fabriken bauen soll: geschenkt. Doch die Blöcke, mit denen ich Fließbänder baue, sind nicht sonderlich ansehnlich, die Level-Grafik ist eher fade.
Anderseits, und das ist wohl das Wichtigste: Das alles vergesse ich, sobald ich in "Infinifactory" wieder nach einer Lösung suche - nach einer, bei der auch wirklich alles klappt.
"Infinifactory" von Zach Industries, für PC, Mac und Linux, circa 22 Euro; http://www.zachtronics.com/infinifactory/