"Lego Dimensions" im Test: Wo Fantasieuniversen aufeinander treffen
"Lego Dimensions" angespielt Teures Ticket zurück in die Kindheit
Ich sitze auf dem Fussboden, um mich herum liegen kleine Tütchen mit Lego-Teilen. Eine Anleitung ist aufgeschlagen und ich baue. Im Grunde passiert also genau das, woran man beim Begriff Lego denkt. Der kleine Unterschied besteht darin, dass ich eigentlich "Lego Dimensions" spiele, ein Videospiel.
Doch die Steine sind echt, ab und zu blicke ich auf den Bildschirm, um dort die Anleitung umzublättern. Ich freue mich, auch, weil ich endlich mal wieder mit Lego bauen kann, ohne dass gleich ein Kind kommt und alles allein machen will. Ich arbeite schließlich.
"Lego Dimensions" ist Legos Versuch, sich an Spiele wie "Skylanders" oder "Disney Infinity" dranzuhängen - also an Spiele, bei denen man über echte Figuren neue Inhalte ins Spiel bringt.
Für die Firmen sind solche Titel kleine Gelddruckmaschinen, schließlich muss jede dieser Figuren zusätzlich gekauft werden. So ist es auch bei "Lego Dimensions", das mit einer kleinen Auswahl an Figuren kommt. Einige Erweiterungssets sind bereits angekündigt worden. Wer also irgendwann einmal alles spielen möchte, sollte schon einmal sparen.
Schön und teuer
Das Problem: "Lego Dimensions" ist nicht nur etwas für Sammler mit großer Geldbörse, sondern auch ein gutes Spiel mit schönen Ideen. Die Prämisse: Ein Zauberer bringt alle möglichen Film-Universen zusammen und lässt sie sich gegenseitig beeinflussen. Aus diesem Grund treten zuerst Batman, Gandalf und Wyldstyle aus "Lego Movie" gemeinsam auf und bekämpfen in der Welt des "Zauberers von Oz" die böse Hexe des Westens auf der Yellow Brick Road.
Und Attacke: So sieht ein Kampf in "Lego Dimensions" aus
Foto: Warner InteractiveDann geht es in die Welt von Doctor Who oder zu den Simpsons, sogar ein Besuch in "Portal", dem hoch gelobten Spiel von Valve, ist möglich. Für Spielefans: Es gibt auch ein Erweiterungsset mit dem Companion-Cube in Lego.
Schon beim Startset habe ich viel zu tun. Das sogenannte Portal fertig zu machen, dauert schon eine gute halbe Stunde. Es ist wichtig, um die jeweiligen Figuren auch tatsächlich ins Spiel zu bringen. Ich stelle sie darauf, drahtlos werden die Figuren erkannt, dann erscheinen sie auf dem Bildschirm.
Ich will gar nicht mehr aufhören
Dabei haben die gebauten Lego-Figuren nicht nur dekorativen Charakter. Wenn zum Beispiel die Hexe angreift, kann ich die Figuren schnell von einem Feld des Portals auf ein anderes ziehen, der Angriff geht ins Leere. Das Spiel findet also auch wirklich außerhalb des Bildschirms statt.
Letztlich muss ich mich nach einigen Stunden zwingen, erst einmal das Portal abzuklemmen und die Konsole auszumachen. Zu spannend ist das Konzept, zu schön die Ideen. Ich werde weitermachen, das weiß ich. Aber dazu muss ich die Figuren im Kinderzimmer suchen. Dahin sind sie nach einiger Diskussion erst einmal entführt worden.
"Lego Dimensions" von Warner Interactive, für Playstation 4 und 3, Xbox One und 360, Wii U, circa 99 Euro, Erweiterungssets ab 25 Euro; USK: Ab 6 Jahren