Computerspiel: So sieht "Neon Struct" aus
"Neon Struct" angespielt Psst, hier flieht eine Spionin
Jillian Cleary versteckt sich im Dunkeln. Sie schleicht sich an, duckt sich, geht mit leisen Schritten hinter einem Wachposten her, schlägt ihn nieder, legt ihn in einer dunklen Ecke ab. Ich atme durch. Schließlich waren die beiden nicht alleine, in der Nähe patrouillieren weitere Posten. Ich halte wieder die Luft an. Gleich geht es für meine Agentin weiter.
"Neon Struct" ist ein Schleichspiel aus der Ego-Perspektive, das sich an Klassikern wie "Metal Gear Solid" orientiert. Entwickelt wurde es von Minor Key, einem kleinen Studio, dass Designer gegründet haben, die unter anderem an "Bioshock 2" mitgearbeitet haben.
Mit diesem Wissen wundert es kaum, dass sich "Neon Struct" zum einen sehr gut spielen lässt und zum anderen den Überwachungsstaat als großes Thema hat. Es ist nicht nur ein Spiel, sondern auch eine Gesellschaftskritik, erzählt in kurzen Unterhaltungen und Mitteilungen. Die Atmosphäre ist düster.
Die Hauptfigur Cleary ist eine ehemalige Agentin, die Überwachungsmechanismen aufgedeckt und Übergriffe der Geheimdienste dokumentiert hat. Jetzt ist sie auf der Flucht und auf der Suche nach Beweisen für eine Verschwörung. Sie ist eine Art weiblicher Edward Snowden mit Kampferfahrung, die sich vor den Augen der Welt verstecken muss und kein Exil gefunden hat.
Das flüssige Gameplay trifft auf eine abstrakten Neon-Optik, die sich irgendwo zwischen Minimalismus und Achtzigerjahre-Ästhetik bewegt. Die Grafik ist immer wieder großartig anzuschauen und doch sehr zweckdienlich, da sie die Unterscheidung der Welt in Licht und Schatten unterstreicht. Das Spiel entlarvt einfaches Denken und zwingt Spieler in den Zwischenbereichen genau aufzupassen.