nicht nur die neuen iPhones Xs und Xs Max buhlen ab Freitag um die Aufmerksamkeit und das Geld der Tech-Fans. Auch Nintendo prescht nach vorn, Mittwoch startet ein neuer Onlinedienst für seine Hybrid-Konsole Switch. Ihn braucht man fortan, um Switch-Spiele überhaupt online spielen zu können. Abonnenten bekommen zudem Zugriff auf 20 NES-Spiele wie "Mario Bros." und "Ghosts 'n Goblins", weitere Titel aus der Ära sollen "regelmäßig" hinzukommen. Für eine 30-Tage-Mitgliedschaft bei Nintendo Switch Online verlangt Nintendo 3,99 Euro, das Jahresabo kostet 19,99 Euro, eine Familienmitgliedschaft (für bis zu acht Nintendo-Accounts) 34,99 Euro.
Switch-Spieler auf der Gamescom: Offlinespielen bleibt kostenlos
Foto: WOLFGANG RATTAY/ REUTERSVerglichen mit den Online-Abos der Konkurrenz wie Playstation Plus von Sony und Xbox Live Gold von Microsoft ist das gar nicht so teuer. Trotzdem werde ich den Dienst frühestens abonnieren, wenn ich ihn mal akut für eine Onlinepartie brauche. Mir graut es etwa schon jetzt vor den umständlichen Sprachchats, für die ich bei der Switch mein Smartphone verwenden muss (anders als etwa auf der Playstation 4, wo man einfach ein Headset direkt mit dem Controller verbindet).
Auch die 20 NES-Klassiker reizen mich nicht, mich könnte Nintendo höchstens mit Gamecube- oder Wii-Titeln locken. Einerseits hat unlängst der NES Mini meine Retroträume erfüllt. Anderseits sind viele Spiele schlechter gealtert als die frühen "Mario"-Games. Wieso, außer für fünf Minuten Nostalgie, sollte ich das uralte "Soccer" spielen, wenn für die Switch dieser Tage "Fifa 19" erscheint?
Die NES-Leihtitel haben sogar noch einen Haken: Nach spätestens einer Woche muss man einmal mit der Konsole online gehen , um sie weiterspielen zu dürfen. Auf einer einsamen Insel würde mir "Ghosts 'n Goblins" im Zweifel also nach sieben Tagen abgeschaltet, egal, ob mein Abo noch länger läuft.
Vier Jahrzehnte Nintendo-Konsolen: Was vor der Switch war
Auch ein zweites Feature wirkt nur auf den ersten Blick toll: Switch-Online-Abonnenten bekommen jetzt Cloud-Saves , also die Möglichkeit, Spielstände auf Nintendo-Servern zu speichern. Das ist praktisch, in erster Linie aber aus der künstlich erzeugten Not heraus, dass Nintendo bislang keine externen Spielstand-Back-ups erlaubt. Bislang wären etwa meine Fortschritte in "Super Mario Odyssey" einfach weg, sollte meine Switch kaputtgehen oder ich sie verlieren.
Ganz ist dieses Problem auch in Zukunft nicht gelöst, denn für einige populäre Titel wie "Splatoon 2", "Dark Souls Remastered" und "Fifa 19" wird die Cloud-Save-Funktion laut einer Nintendo-Übersicht nicht einmal verfügbar sein. Und auf die Frage, was eigentlich mit den Onlinespielständen passiert, wenn man sein Online-Abo kündigt, antwortet Nintendo in zwei englischen FAQs nur vage, dass die Daten lediglich für zahlende Mitglieder abrufbar seien. Unterm Strich finde ich daher: Ein wirklich attraktiver, kundenfreundlicher Onlinedienst sieht anders aus.
Seltsame Digitalwelt: Ein Artikel mit Folgen
eine Anekdote von Philipp Löwe
Im schwarzweiß-gepunkteten Ganzköperkondom auf SPIEGEL ONLINE auftauchen? Der Gedanke an den Test einer Technik, die maßgeschneiderte Kleidung für kleines Geld verspricht, klang nicht so verlockend. Ich fragte mich, ob ich mich im hautengen "Zozosuit" - einem Zweiteiler, der mittels Triangulation und einer zugehörigen App exakte Körpermaße für Maßkleidung liefert - nicht nur dem Spott der Redaktion, sondern gleich der halben Nation aussetzen würde.
Weit gefehlt. Die Kollegen waren begeistert, zumindest haben mir das einige auf unserem Sommerfest versichert. Zwei waren sogar dermaßen angetan von dem Teil, dass sie nun auch so einen Anzug wollen. Obwohl die speziell für mich gefertigten Klamotten am Ende nicht auf ganzer Linie überzeugen konnten, ging die Sache also doch gut aus.
App der Woche: "Viva la Toast"
getestet von Tobias Kirchner
"Viva la Toast" ist ein kurzweiliges und witziges Spiel, das schnell gelernt ist. Anspruchslos ist es deswegen nicht. Mit nur einer Fingerbewegung steuert der Spieler einen Toaster von links nach rechts, mit dem Ziel, möglichst allen Gegenständen auszuweichen, die kein Toastbrot sind.
Das schräge Konzept setzt sich auch im liebevoll gezeichneten Stil des Spiels fort. So können mit den gesammelten Scheiben beispielsweise neue "Toast-Charaktere" freigeschaltet werden, die Augenklappe oder Kopfhörer tragen. Die Jagd nach Highscores bleibt dank fünf Welten mit zahlreichen Herausforderungen motivierend. In der Gratisversion des Spiels gibt es Werbeanzeigen, die durch einen In-App-Kauf abgeschaltet werden können.
Von Koshioshi, werbefreie Variante für 1,09 Euro, mit In-App-Käufen: iOS , Android
Fremdlink: Drei Tipps aus anderen Medien
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Was machen Prominente mit ihrem Smartphone? Das "Zeit Magazin" hat nachgefragt - und dabei unter anderem erfahren, dass unser Kolumnist Sascha Lobo noch immer ein großer Fan von "Pokémon Go" ist.
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Sturmflut-Visualisierung des "Weather Channel " (Twitter-Video, 1:53 Minuten)
Computertechnik clever eingesetzt: Dieser Ausschnitt aus dem Programm des "Weather Channel" machte eindrücklich deutlich, was in bestimmten Regionen der USA passieren kann, wenn der Hurrikan Florence aufs Festland tritt und eine Sturmflut mit sich bringt.
- "Here are the subjects our reporters enjoy covering the least " (Englisch, zehn Leseminuten)
Traumjob Wissenschaftsreporter? Immer ganz nah dran an dem, was Forscher und Wissenschaftler gerade entdeckt und erkundet haben? Sieben Redakteure von "Ars Technica" entzaubern auf amüsante Weise die Mythen, die ihren Beruf umranken - und verraten, weshalb sie ihn trotzdem lieben.
Ich wünsche Ihnen eine schöne Woche,
Markus Böhm