Professor Layton vs Phoenix Wright: Von Nintendo für 3DS - DER SPIEGEL
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Knobelspiel: "Professor Layton" und "Phoenix Wright"

Foto: Nintendo

"Professor Layton vs. Phoenix Wright" Knobeln mit dem irren Anwalt

Die Spieleserien "Professor Layton" und "Phoenix Wright" sind für sich genommen schon sehr eigene Variationen des Prinzips Konsolen-Knobeln. Nun treten der Rätselprofessor und der laute Anwalt in einem Spiel gegeneinander an - kann das funktionieren?
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Eigentlich dürfte dieses Spiel nicht funktionieren. Den ruhigen Gentleman-Rätsel-Professor Layton und den ungestümen und lauten Anwalt Phoenix Wright in einem Werk zu kombinieren, fühlt sich komisch an. Auch nach einer Stunde. Doch manchmal braucht ein Spiel etwas länger. Dann funktioniert auf einmal etwas doch, das nicht funktionieren dürfte.

"Professor Layton" und "Phoenix Wright" sind Serien, die beide auf Nintendos Handheld-Konsolen erscheinen. Beide haben Kultcharakter erreicht, weil sie weit weg vom normalen Spielemarkt sind. Weil beide auf Spieler setzen, die gerne rätseln und um die Ecke denken. "Professor Layton" kombiniert japanische Zeichentrickfilme mit Rätseln, die wenig bis gar nichts mit der Geschichte zu tun haben. Außer dass nahezu jede Person, die man im Spiel trifft, gerne Rätselaufgaben stellt, die irgendwo zwischen Verschiebepuzzle und Logikknobelei liegen. Bei "Phoenix Wright" hingegen werden Gerichtsverfahren ausgespielt. Keine, die einem normalen Prozess auch nur ansatzweise nahe kommen würden. Voller Peitsche schwingender Staatsanwälte, übereifrigen Zeugen und tumben Richtern, und gerade deshalb voller Witz.

Beide zu kombinieren, scheint ungefähr so absurd wie die Spiele selbst. Von daher ist es dann auch egal. Laufen die Handlungsstränge beider Figuren anfangs noch parallel ab, so verzahnen sie sich mit der Zeit immer stärker. Bringen die beiden Protagonisten in Rollen, die man nicht erwarten würde. Und lassen Spieler immer wieder laut auflachen. Etwa dann, wenn Layton durch eine verwinkelte Stadt steuert und ihm der als Bäcker auftretende Wright ihm Lobpreisungen seines Brotes entgegenschleudert wie einen Einspruch vor Gericht.

Das Spiel funktioniert allerdings auch, weil sich die Geschichte viele Freiheiten nimmt und trotzdem ein Ganzes bildet. Einen Märchenerzähler als alles überschattende Figur zu nehmen, ist eine wunderbare Idee. Daraus nämlich wächst eine Geschichte, in der es um die Freiheit des Wortes geht, um die Möglichkeiten, jeden überall eine Rolle spielen zu lassen und daraus ein Verwirrspiel zu entwickeln, in das sich sowohl die Gerichtsdramen Phoenix Wrights als auch die Rätselfreude eines Professor Layton integrieren. Was beweist, dass Dinge, die eigentlich nicht funktionieren sollten, tatsächlich funktionieren.

"Professor Layton vs. Phoenix Wright" von Nintendo, für 3DS, ca. 40 Euro; USK: Ab 16 Jahren