Spielkonsolen: Die schwarze Xbox 360 wird billiger - DER SPIEGEL
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Spielkonsolen: Die Rivalen der neuen Runde

Spielkonsolen Die schwarze Xbox 360 wird billiger

Sony hat vorgelegt, nun zieht Microsoft nach: Die High-End-Version der Spielkonsole Xbox 360 wird künftig 50 Euro günstiger abgegeben. Sony hatte zuvor eine günstigere PS3 angekündigt. Microsofts Preisnachlass hat allerdings einen Haken.
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Einer Pressemitteilung von Microsoft zufolge wird die Xbox 360 Elite ab 28. August zum Preis von 250 Euro angeboten. Von den übrigen Xbox-360-Varianten unterscheidet sich die Elite einerseits durch ihre Farbe - sie ist schwarz statt weiß - und durch die Größe der eingebauten Festplatte. 120 Gigabyte Festplatten-Speicherplatz bringt die Spielkonsole mit. Den brauchen vor allem Nutzer, die das Geräte auch zum Betrachten von Filmen und Fotos benutzen wollen.

Seit einiger Zeit besteht auch die Möglichkeit, Xbox-Spiele teilweise auf der Festplatte zu installieren, um das störende Geräusch des DVD-Laufwerkes zu verringern, was wiederum Speicherplatz verschlingt. Die Einstiegskonsole mit dem Beinamen Arcade, die keine eigene Festplatte hat, soll künftig 200 Euro kosten, die sogenannte 360 Pro mit 60-GB-Festplatte solle "nach und nach vom Markt verschwinden", so Microsoft. Das Arcade-Modell wird somit teurer - im vergangenen September hatte Microsoft die unverbindliche Preisempfehlung für das Gerät auf 180 Euro gesenkt.

"Mit der Weihnachtssaison vor der Tür wird es Zeit, sich nach Geschenken umzusehen, die allen Spaß machen. Xbox 360 Elite ist ein hervorragendes Angebot zu einem attraktiven Preis", findet Chris Lewis von Microsoft Europe. Mit der Preissenkung ist allerdings auch eine Einsparung verbunden: Der 360 Elite wird künftig kein HDMI-Kabel mehr beiligen, wie Microsoft auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE bestätigte.

Playstation 3 slim kostet 50 Euro mehr als die Xbox 360 Elite

Der große Konkurrent Sony hatte vergangene Woche bei der Spielemesse Gamescom in Köln ebenfalls eine preiswertere Version seiner Konsole Playstation 3 vorgestellt: Die PS3 slim ist kleiner, soll weniger Strom verbrauchen und deutlich leiser sein als das bisherige Modell. Sie kostet mit einer 120 Gigabyte großen Festplatte nun 300 Euro - also immer noch 50 Euro mehr als Microsofts Xbox 360 Elite. Dafür wartet die PS3 mit einem integrierten Blu-ray-Player für die Wiedergabe hochauflösender Filmscheiben auf.

Microsoft will ab dem Herbst dieses Jahres zudem zusätzliche Funktionen in seinen Onlinedienst Xbox Live integrieren: Über das Konsolenmenü sollen Nutzer beispielsweise Zugriff auf ihre Accounts bei Facebook oder Twitter haben - Microsoft ist an Facebook beteiligt. Zudem sollen Filme in HD-Qualität künftig schneller auf die Konsole heruntergeladen werden können, damit man einen ausgewählten digitalen Leih-Film sofort ansehen kann, ohne auf einen langwierigen Download warten zu müssen. Das neue Filmportal heißt nach Microsofts in Europa nicht erhältlichem Multimediaplayer "Zune Marketplace", Filme sollen dort auch in der Maximalauflösung 1080p verfügbar sein.

Die Strategien der beiden Rivalen ähneln einander sehr: Auch Sony will künftig HD-Filme und Musik zum Download auf die Konsole anbieten. Die PS3 besitzt bereits jetzt einen Internet-Browser, mit dem man normal surfen kann - und natürlich auch auf Dienste wie Twitter oder Facebook zugreifen. Microsoft hat allerdings für TV und Konsole optimierte Benutzeroberflächen für die Webdienste direkt in die Konsolenmenüs integriert, um etwa das Vorführen von bei Facebook hochgeladenen Bildern am Fernseher besonders einfach zu machen.

Nintendo verfolgt mit seiner Konsole Wii eine andere Strategie: Das weiße Gerät soll kein Allround-Medienserver fürs Wohnzimmer sein sondern soll vor allem mit Bewegungsspielen neue Zielgruppen erschließen.

Das Weihnachtsgeschäft wird nun also eine neue Runde des Konsolenkrieges bringen: PS3 slim gegen Xbox 360 Elite. Nach Unternehmensangaben wurden weltweit bis Ende des ersten Quartals 2009 gut 23 Millionen PS3-Konsolen verkauft - Nintendos Wii dagegen steht weltweit schon in über 52 Millionen Haushalten. Microsofts Xbox 360 erreichte im Mai die 30-Millionen-Marke - Sony holt also auf, denn die Xbox ist schon ein Jahr länger auf dem Markt. Zum Vergleich: Die PS2 hat sich weltweit etwa 140 Millionen mal verkauft.

Korrektur: In einer früheren Version dieses Artikels war zu lesen, die PS3 slim sei mit einer 60-GB-Festplatte ausgestattet - tatsächlich wird die Festplatte der Konsole aber 120 Gigabyte groß sein. Wir bitten, diesen Fehler zu entschuldigen.

cis