Schnellster Supercomputer "Summit" führt die USA auf den Gipfel
Supercomputer Summit
Foto: Oak Ridge National LaboratoryNach mehr als fünf Jahren haben die USA den Wettstreit um die schnellsten Superrechner der Welt wieder für sich entschieden - zumindest vorläufig. Mit dem IBM-System "Summit" von IBM steht jetzt eine Rechenanlage aus den USA an der Spitze der "Top 500"-Liste der weltweit mächtigsten Supercomputer. Sie steht am Oak Ridge National Laboratory des Energieministeriums in Tennessee.
Summit verdrängte mit einer Leistung von 122,3 Petaflops (Billiarden Rechenoperationen pro Sekunde) den chinesischen Superrechner "Sunway TaihuLight". Er arbeitet mit 93 Petaflops am Nationalen Supercomputing Center in Wuxi in China und hatte zwei Jahre lang die Liste angeführt.
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Schnellster Superrechner aus Deutschland ist das modulare System "Juwels", das am Jülicher Supercomputing Centre (JSC) unter anderem für komplexe Berechnungen und Simulationen in der Hirnforschung eingesetzt wird. Die neue Anlage, die aus einem deutsch-französischen Projekt entstand, rangiert mit 6,2 Petaflops auf Platz 24. Vor einem Jahr noch war "Hazel Hen" aus dem Höchstleistungsrechenzentrum HLRS in Stuttgart die schnellste Anlage aus Deutschland. Mit 5,6 fiel sie nun vom 19. auf den 28. Platz zurück.
In den Top Ten dominieren US-Systeme, sie belegen sechs Plätze. In der gesamten Liste aber tauchen deutlich mehr chinesische Supercomputer auf, nämlich mehr als 200. Zum Vergleich: In Deutschland stehen 21 der 500 schnellsten Computer der Welt.
Kritik am Messverfahren
Mit Supercomputern lassen sich komplexe Simulationen etwa in der Klimaforschung, Medizin oder in der Genetik erstellen, neue Medikamente entwickeln oder Molekülbewegungen bestimmen. Sie werden aber auch in der Wirtschaft oder für die Berechnung von Verkehrsströmen genutzt.
Die Liste der "Top 500" schnellsten Supercomputer der Welt wird halbjährlich auf der Internationalen Supercomputing Conference veröffentlicht, die diesmal in Frankfurt am Main stattfindet. Seit 25 Jahren misst sie die Leistung der Superrechner nach dem sogenannten Linpack-Benchmark. Viele Experten halten diesen Wert jedoch für nicht mehr zeitgemäß, da zum Beispiel die Effizienz von Berechnungen nicht erfasst wird.
Update: In einer früheren Fassung dieses Artikels hieß es, Petaflops stehe für Billionen Rechenoperationen pro Sekunde. Das ist falsch, wir haben die Angabe berichtigt.