The Talos Principle im Test - Puzzle für PC, Mac, Linux - DER SPIEGEL
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"The Talos Principle" im Test: Mehr als ein Puzzlespiel - und doch zu wenig

Foto: CroTeam

"The Talos Principle" Mehr als ein Puzzlespiel - und doch zu wenig

"The Talos Principle" ist alles andere als ein gewöhnliches Puzzlespiel. Doch dauerhaft begeistern kann der Download-Titel nicht. Die Grafik ist zu künstlich, die Philosophie wirkt aufgesetzt, das Spielprinzip variiert, ohne zu überraschen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Mit dem ersten Sender stelle ich die patrouillierende Kugel ruhig, die mich mit roten Strahlen außer Gefecht setzen möchte, mit dem zweiten öffne ich ein Kraftfeld. Ich gehe durch die Lücke, werde von einem Bewegungsmelder erfasst und von einem automatischen Gewehr erschossen. Das Spiel spult zurück, ich beginne von vorn. Überlege, wie ich die beiden Jammer genannten Sender aufstelle, wie ich es schaffe, schließlich an ein Tetris-Teil zu kommen, das mir wiederum als Schlüssel für die nächsten Level dient.

"The Talos Principle" ist ein Puzzlespiel - zumindest so, wie die beiden "Portal"-Teile Puzzlespiele sind. Aus der Ego-Perspektive gespielt geht es darum, einen Weg durch eine feindliche Umgebung zu finden: zu knobeln, Gegner auszuschalten oder miteinander zu beschäftigen. Nicht aber darum, selbst offensiv zu werden. Es geht um Logik.

Für kurze Zeit macht dieses Konzept viel Spaß. Doch bald verliert das Spiel an Fahrt, weil sich am grundlegenden Prinzip wenig ändert, weil kaum neue Elemente ins Spiel kommen.

"The Talos Principle"  will ein philosophisches Spiel sein. Spieler übernehmen einen namenlosen Androiden, der durch eine leere, künstliche Welt läuft. Die Menschheit ist nicht mehr vorhanden, Unterhaltungen finden nur noch über in der Welt verstreute Computerterminals statt. Hier können Traktate gelesen werden, die von der Menschlichkeit künstlicher Wesen handeln, von freiem Willen und anderen Themen.

Anfangs war ich überzeugt, ein Spiel gefunden zu haben, das ich lieben würde. Ich liebe es aber nicht, weil "The Talos Principle" kalt und abweisend bleibt. Die Grafik ist zu künstlich, ohne das zu nutzen, die Philosophie wirkt aufgesetzt, das Spielprinzip variiert, ohne zu überraschen. Das Spiel nimmt sich ernst, zu ernst.

Das sagen die anderen: Die meisten Kritiker sind sich einig und vergeben Bestnoten, mit dem Tenor: ein großartiges Spiel mit fordernden Puzzles und spannender Hintergrundgeschichte. Wenige Tester kritisieren die leere Welt und den fehlenden Zusammenhalt von Geschichte und Spiel.


"The Talos Principle" von CroTeam Download für PC, Mac, Linux , ca. 40 Euro, USK: ab 12 Jahren