"Transistor": Angespielt "Transistor"
"Transistor" angespielt Halt mal kurz die Welt an
Sparsam aber bestimmt spielt die Gitarre im ersten Level von "Transistor". Sie treibt an, macht Pausen, unterstreicht die Stimme, die das Spiel begleitet. Die Stimme aus dem Schwert in der Hand der Protagonistin Red. Beides lässt mich sofort eintauchen in eine neue Welt. In eine Mischung aus Fantasy und Science-Fiction, eine stilsichere eigene Welt. In die Welt von "Transistor".
Das ist das neue Spiel von Supergiant Games, einem trotz großen Namens kleinem Studios aus San Francisco, das vorher mit "Bastion" aufgefallen war. Gegründet von erfahrenen Entwicklern, die ihr eigenes Ding machen wollten. Und das sowohl mit "Bastion" als auch mit "Transistor" schaffen.
"Transistor" ist die Geschichte der Sängerin Red, die ihre Stimme verloren hat. Sie wird fragmentarisch erzählt. Hier eine Andeutung, dort ein Hinweis. Ein Konzert, abgebrochen von einer Gruppe von Feinden, eine Stadt, verlassen daliegend, von Roboterkämpfern eingenommen. Red muss einen Weg finden, diese zu besiegen, die Stadt wieder zu beleben.
Pfadgeführt die Gegner ausschalten
Wie es sich schon im ersten Level andeutet, spielt sich "Transistor" wie eine Gesamtkomposition. Die Musik untermalt nicht nur, sie gibt einen Takt vor, stimmt auf das ein, was kommt. Das Schwert erklärt die Welt, deutet an, ist mysteriös und macht neugierig. Dazu passt die Welt, die eigenständig und neu ist, auf Klischees verzichtet und erkundet werden möchte. Und dazu passen auch die Kämpfe, eine sehr eigenständige Mischung aus Schwertkampf und rundenbasierter Taktik.
Während ich durch die Stadt ziehe, werde ich angegriffen. Eine Begrenzung wird gezogen, die Red nicht durchbrechen kann. Doch sie kann sich wehren. Ich stoppe die Welt. Lege einen Pfad an, markiere, wo ich mit dem Schwert zuschlagen werde, wo ich aus der Entfernung einen Strahl schieße. Ich schaue mir alles noch einmal ganz genau an und lasse die Welt weiterlaufen. Ich sehe zu, wie Red all die Bewegungen ausführt, die ich ihr aufgetragen habe. Danach muss sie schnell flüchten. Red braucht ein paar Sekunden, um einen Balken aufzufüllen, der ihr wieder die Macht gibt, die Zeit anzuhalten. So lange ist sie verwundbar.
Ich habe "Transistor" länger als die geplante Stunde gespielt. Ich werde noch länger spielen. Das Spiel hat mich in seinen Bann genommen. Je länger ich spiele, desto besser verstehe ich die Mechanik. Ich experimentiere mit Reds Kräften, versuche, die besten Kombinationen anzulegen und so die Gegner zu stoppen. Ich suche nach kleinen Schnipseln der Geschichte, lese an Computerterminals Nachrichten, nehme an Umfragen teil oder schreibe Kommentare. Ich lasse mich von der Musik mitnehmen und stelle fest, dass die Welt von "Transistor" schön und einzigartig zugleich ist. Fesselnder als die vieler der wirklich großen Titel. Und ich möchte schon jetzt mehr davon.
"Transistor" von Supergiant Games, für Playstation 4 und PC, 18,99 Euro
Das sagen die Anderen: Gelobt wird "Transistor" erst einmal wegen seiner Atmosphäre. Eine gute Geschichte, gepaart mit passender Musik und Grafik. Doch auch das ausgeklügelte Kampfsystem, in dem es viel zu entdecken gibt, wird hervorgehoben.