SpaceX: Google testet KI-Chips im All für mögliche Rechenzentren - DER SPIEGEL
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Forschungsprojekt Google schickt testweise KI-Chips ins All

Rechenzentren benötigen viel Platz und Energie. Um zu testen, ob der Weltraum potenziell als Standort für sie geeignet sein könnte, will Google kommende Woche einen Satelliten mit eigenen Chips in die Umlaufbahn schicken.
Google-Logo: Das Unternehmen will Daten im All sammeln
Google-Logo: Das Unternehmen will Daten im All sammeln

Google-Logo: Das Unternehmen will Daten im All sammeln

Foto: Lisi Niesner / REUTERS

Google macht einen ersten Schritt, um herauszufinden, ob man eine Infrastruktur für künstliche Intelligenz im All aufbauen kann. Im Rahmen des Forschungsprojekts »Project Suncatcher« schickt der Internetkonzern vier seiner KI-Chips in die Umlaufbahn, um zu testen, wie gut sie das vertragen können. Probleme könnten dabei schon in der Startphase drohen, weil die Prozessoren Erschütterungen und einem vielfachen der Erdanziehungskraft ausgesetzt sein werden, wie Google in einem Blogeintrag erläuterte . In Vibrationstests auf der Erde hätten die Chips den Belastungen standgehalten, hieß es.

Eine weitere Herausforderung sei die starke Strahlung außerhalb der Erdatmosphäre, die elektronische Bauteile stören oder beschädigen könne. Um ihre Effekte zu simulieren, seien die TPU-Chips (Tensor Processing Unit) im Labor mit einem Protonenstrahl beschossen worden. Nach diesen Versuchen sei man zwar überzeugt, dass die Technik den geplanten fünfjährigen Einsatz in Weltraumrechenzentren überstehen könne: »Aber einige Dinge können nur im All getestet werden.«

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Der Satellit mit den Google-Chips soll kommende Woche starten – als einer von vielen auf einer Rakete der Weltraumfirma SpaceX von Elon Musk.

Große Erwartungen an Rechenzentren im All

Unternehmen wie SpaceX und Starcloud verfolgen Pläne, Rechenzentren in der Umlaufbahn zu errichten. Musk verweist auf die Möglichkeit, dass dort große Mengen Solarstrom für den Betrieb der Anlagen erzeugt werden könnten. Der laufende Ausbau immer größerer Rechenzentren für den Betrieb künstlicher Intelligenz stößt in den USA und weiteren Ländern auf zunehmenden Widerstand. Sie einfach ins All auszulagern, wäre Musks Logik folgend eine mögliche Lösung dafür.

Zugleich gibt es bei den Plänen noch sehr viele offene Fragen. Das betonte auch Google. So sei die Kühlung ein Problem, hieß es. Rechenzentren erzeugen beim Betrieb viel Hitze. Und im All ist es zwar eiskalt – aber ohne einen Luftzug im Vakuum kann die Hitze nur über Kühlelemente abgeführt werden, was einen anderen Ansatz als auf der Erde erfordert. Bei dem Test wolle man unter anderem erkunden, wie das neu entworfene Kühlsystem unter realen Bedingungen im Weltall funktioniere, erklärte Google. Experten haben erklärt, dass dieses Konzept angesichts hoher Startkosten, technischer Einschränkungen und Engpässe bei der Satellitenproduktion noch Jahre von der kommerziellen Realisierbarkeit entfernt ist. Eine weitere Herausforderung sei die Übertragung großer Datenmengen zwischen einzelnen Rechenzentren-Satelliten, die sich mit hoher Geschwindigkeit bewegten.

Laut Google dient die erste »Suncatcher«-Mission in erster Linie dazu, Daten im Orbit zu sammeln und potenzielle Fehlerquellen zu identifizieren. Es geht nicht darum, ein betriebsfähiges Datenzentrum im Orbit zu demonstrieren. Für 2027 seien bereits zwei weitere Satellitenstarts geplant.

Die US-Amerikaner haben ein neues Feindbild: KI-Rechenzentren. Der Widerstand gegen die Serverfarmen wächst rapide, viele Bundesstaaten kündigen Baustopps an: »Ein Fehler«, tadelt Trump und hält zur Big Tech. Noch. Mehr dazu lesen Sie hier.

kim/dpa/Reuters