Meta zahlt ‌mehr als 16 Milliarden Dollar an US-Bundesstaaten – wegen Gefahren durch Social Media - DER SPIEGEL
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Klage wegen Gefahren durch Social Media Meta zahlt ‌mehr als 16 Milliarden Dollar an US-Bundesstaaten

Der Facebook-Mutterkonzern Meta muss sich wegen möglicher Gefahren ‌durch soziale Medien für Kinder vor Gericht verantworten. Jetzt hat sich Meta mit den klagenden US-Bundesstaaten ⁠auf Änderungen für jugendliche Nutzer geeinigt.
Meta-Chef Mark Zuckerberg
Meta-Chef Mark Zuckerberg

Meta-Chef Mark Zuckerberg

Foto: Kyle Grillot / Bloomberg / Getty Images

Meta hat im Streit mit mehreren US-Bundesstaaten einen Vergleich geschlossen. Hintergrund war die Diskussion über Gefahren sozialer Medien für Kinder ​und Jugendliche. Im Rahmen ‌der Einigung zahlt der Mutterkonzern von Instagram, WhatsApp und Facebook bis zu 16,68 Milliarden Dollar an die Bundesstaaten, wie aus veröffentlichten Gerichtsunterlagen hervorgeht.

Zudem verpflichtet sich Meta ​zu landesweiten Änderungen für jugendliche Nutzer. Dazu gehören:

  • Standardmäßige tägliche Zeitlimits ⁠

  • Nächtliche Zugangssperren

  • Die Zahl der Likes und Reaktionen wird Jugendlichen künftig nicht mehr angezeigt

  • Eltern erhalten zusätzliche Kontrollfunktionen

  • Der Sortieralgorithmus der Startseite kann künftig deaktiviert werden

  • Benachrichtigungen sollen zwischen 8 Uhr und 15 Uhr nicht mehr angezeigt werden

Mit dem Vergleich entgeht das Unternehmen einem mit Spannung erwarteten Prozess.

Staatsanwalt spricht von historischer Einigung

In dem zugrunde liegenden Verfahren vor einem Bundesgericht in ‌Kalifornien hatten 29 Bundesstaaten Meta ​vorgeworfen, seine sozialen ‌Netzwerke gezielt so gestaltet zu haben, dass sie Minderjährige süchtig machen. Zudem habe der Konzern Verbraucher über die Sicherheit seiner Plattformen ‌getäuscht und unrechtmäßig persönliche Daten von Kindern gesammelt, um damit KI-Modelle zu trainieren.

Die nun erzielte Einigung sei eine der größten in der Geschichte des staatlichen Verbraucherschutzes, sagte Generalstaatsanwalt Jay Jones laut einer Erklärung.

»Meta hat die Öffentlichkeit jahrelang absichtlich über süchtig machende und schädliche Funktionen getäuscht, die verheerende Auswirkungen auf die psychische Gesundheit junger Menschen hatten«, so Jones. Der Vergleich werde »diesen gefährlichen Praktiken ein Ende setzen.«

Serie von Niederlagen vor US-Gerichten für Meta

Meta wies ‌die Vorwürfe im Rahmen ​der Einigung ‌erneut zurück und erklärte zugleich, sich ‌für ​den Schutz von Kindern auf seinen Plattformen einzusetzen. Die vereinbarte Verschärfung des Jugendschutzes bezeichnete der Konzern in einer eigenen Mitteilung als »neuen Branchenstandard«.

Der Konzern hatte zuletzt mehrere empfindliche Niederlagen vor US-Gerichten einstecken müssen. So soll er nach einer Gerichtsentscheidung im Bundesstaat New Mexico mehr als eine halbe Milliarde Dollar für Hilfen an Kinder zahlen, die durch soziale Medien Schaden genommen haben.

Im März verloren Meta und die Google-Videoplattform YouTube einen potenziell wegweisenden Prozess um das Suchtpotenzial von Onlinediensten. Geschworene in Los Angeles kamen zu dem Schluss, dass die Plattformen fahrlässig handelten und Nutzer ungenügend über Risiken informierten. Die Unternehmen wollen das Urteil anfechten.

mwo/jpe/AP/Reuters