3GSM Multimedia-Handys: Keine Angst vorm iPhone - DER SPIEGEL
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3GSM Multimedia-Handys Keine Angst vorm iPhone

Auf dem 3GSM-Kongress zeigen die Dickschiffe der Mobilfunk-Branche, dass sie sich nicht vor neuer Konkurrenz durch Apple fürchten müssen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Barcelona - Der einzige Apfel auf dem Mobilfunk-Weltkongress 3GSM schmückt einen Öko-Schnellimbiss. Aber kaum ein Ereignis prägt die Kongresshallen in Barcelona so sehr wie die iPhone-Ankündigung von Apple. Die Großen der Branche wie Nokia, Samsung oder Motorola wollen sich dem Herausforderer mit neuen Geräten, schnelleren Netzen und einer Vielzahl von Multimedia-Diensten stellen.

Die Branche freue sich darüber, Apple in ihren Reihen zu begrüßen, sagt Bill Gadja vom Veranstalter GSM Association. Aber die Features des iPhones - darunter ein großer berührungsempfindlicher Bildschirm, das Abspielen von Musik und das Surfen im Internet - gebe es bereits auf den meisten modernen Geräten. Das iPhone hingegen soll in den USA erst im Juni und in Europa sogar erst im Herbst erscheinen.

Dennoch stoßen die als "iPhone-Killer" bezeichneten Neuheiten in Barcelona auf besonders großes Interesse. Dazu gehört das Ultra Smart F700 von Samsung, das ebenfalls einen Touchscreen für die Bedienung mit dem Finger hat. Daneben steht aber auch weiter eine Miniaturtastatur zur Verfügung. Das Gerät bietet Internet-Nutzung, E-Mail, Musikhören und den Austausch von Fotos. Teilweise übertreffen die Leistungswerte die des iPhones, etwa bei der Fünf-Megapixel-Kamera im Unterschied zu der auf zwei Megapixel beschränkten Auflösung des Apple-Geräts. Außerdem soll das Ultra Smart F700 auch den Zugang zum Breitband-Mobilfunknetz ermöglichen.

Auf eine besonders schlanke Formgebung achten auch die neuen Handy-Modelle von Nokia und Motorola. Das MOTOSLVR L9 von Motorola spielt neben Download-Musik auch das Programm von UKW-Sendern und zeigt dazu auch die RDS-Informationen wie Sendername oder Songtitel an. Nokia präsentierte drei neue Geräte seiner E-Serie, die sich vor allem an mobile Geschäftsleute richten, darunter das besonders schlanke E61i. Für Privatkunden gedacht ist das Nokia 6110 Navigator mit integriertem GPS-Empfänger.

Ein anderer Ansatz für den Wettbewerb ist der Umgang mit dem "Digital Rights Management" (DRM) für den Kopierschutz von Download-Musik. Der Apple-Shop iTunes verfolgt hier bislang eine ziemlich restriktive Linie und ermöglicht allein das Überspielen auf die eigenen Geräte der iPod-Serie sowie demnächst auf das iPhone. Den einfacheren Austausch von Musik oder Videos auf unterschiedliche Geräten hat sich die neue Microsoft-Technik PlayReady zum Ziel gesetzt. Damit reagiere Microsoft auf die entsprechende Nachfrage von Mobilfunkanbietern, erklärte Amir Majidimehr vom Geschäftsbereich Consumer Media Technology.

Interesse gebe es bereits bei Telefonica, O2, Verizon, Bouygues Telecom und Cingular.

Das britische Unternehmen Omnifone stellte einen neuen Musikshop für den mobilen Download vor, der ohne den Zwischenschritt über den PC auskommt. Die MusicStation von Omnifone bietet die Songs von mehreren großen Plattenfirmen zu einem wöchentlichen Abo-Preis von 1,99 Pfund (2,99 Euro) an.

Matt Moore, AP