Akku-Plagiate: Nokia prüft Echtheitsprüfung - DER SPIEGEL
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Akku-Plagiate Nokia prüft Echtheitsprüfung

Die Nachricht ist angekommen. Nur wenige Stunden, nachdem auf SPIEGEL ONLINE ein Artikel über die Probleme eines Anwenders mit Nokias Echtheitsprüfung für Akkus erschien, wurde das System vom Netz genommen. Der Handy-Hersteller prüft jetzt, wie die Datenbank verlässlicher werden kann.
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Laut Nokia-Pressesprecherin Kristina Bohlmann war dieser Schritt ohnehin längst geplant. Offenbar war die von SPIEGEL ONLINE geschilderte Akku-Odyssee kein Einzelfall. So wie von Webblogger Christian Wolf geschildert, muss es demnach etlichen Nokia-Kunden ergangen sein, die versuchten ihre Akkus auf Echtheit zu überprüfen. Schließlich warnt der Handy-Weltmarktführer seit Jahren und offenbar berechtigt vor dem Kauf billiger Akku-Kopien.

Sicherheit für Akku-Käufer sollte ein System bringen, mit dessen Hilfe sich die Nutzer selbst der Echtheit eines Stromspeichers versichern können. Ein spezielles Hologramm, vor allem aber eine Seriennummer, sollten die Überprüfung über eine eigens dafür eingerichtete Webseite ermöglichen. Doch die Überprüfung liefert offenbar immer wieder fehlerhafte Ergebnisse, verunsicherte Käufer, die im Fachhandel als Originale bezeichnete Stromspender gekauft hatten.

Doch das ist vorerst vorbei. Die Funktion zur Überprüfung der Seriennummern  wurde von Nokia noch gestern Abend vom Netz genommen. "Wir nehmen die Beschwerden unserer Kunden ernst", sagte Frau Bohlmann SPIEGEL ONLINE. Deshalb werde jetzt die Echtheitsprüfung selbst überprüft. Wie lange man dafür brauchen werden, ist noch unklar. Bohlmann: "Geplant ist ein Zeithorizont von zwei bis drei Wochen." Es könne aber auch länger dauern oder schneller gehen. Doch so viel ist sicher: "Die Datenbank geht erst wieder online, wenn das Problem gefunden und gelöst ist." Einen neuerlichen Patzer will man sich nicht leisten. Schließlich, so Bohlmann, soll die Echtheitsprüfung "ja etwas Gutes sein und unseren Kunden helfen und sie nicht verärgern oder gar irritieren".


Nachtrag: Obwohl Nokia die umstrittene Echtheitsprüfung für Akkus inzwischen auf seiner deutschen Seite deaktiviert hat, konnte man diese am Donnerstagabend über einen kleinen Umweg noch immer durchführen. Wer die Nokia-Seite über die .com-Domain besucht, kann noch immer den 20-stelligen Authentifizierungscode eingeben. Wie Christian Wolf in seinem Blog dokumentiert , fördert dieser Check offenbar dieselben Ergebnisse zutage wie der auf der deutschen Seite.

Nach Nokia-Angaben liegt der Grund für die Verzögerung bei der Abschaltung der Echtheitsprüfung auf der internationalen Nokia-Seite schlicht an der Größe des Konzerns. Die Abstimmung des Vorgehens über mehrere Zeitzonen hinweg, benötige einfach Zeit, so eine Nokia-Sprecherin zu SPIEGEL ONLINE.

mak/ssu

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