Amnesty Wireless: Beim Telefonieren Gutes tun - DER SPIEGEL
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Amnesty Wireless Beim Telefonieren Gutes tun

Mobilfunkanbieter, die einen Teil ihrer Umsätze für wohltätige Zwecke spenden, liegen im Trend. Amnesty International gibt dem Konzept jetzt mit einem eigenen Service eine neue Qualität: "Amnesty Wireless" verbindet gezielte Spenden und Mobilisation.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Menschrechtsorganisation Amnesty International  geht in den USA neue Wege bei der Spendenakquise und der Aktivierung potentieller Unterstützer: Dazu wurde eigens der Mobilfunkanbieter "Amnesty Wireless"  ins Leben gerufen, bei dem zehn Prozent aller Gesprächumsätze als Spenden an die Organisation gehen.

"Viele unserer Mitglieder und Unterstützer wollen eigentlich mehr für die Menschenrechte tun, aber meistens sind sie auch schwer beschäfigte Leute," erklärte Larry Cox von der US-Sektion Amnestys gegenüber "Cellular News". Als Mobilfunkkunden sollen sie jetzt laut Cox die Möglichkeit erhalten, "einfach und bequem jeden Tag etwas Gutes zu tun".

Handys mit Spendenautomatik

Amnesty betreibt seinen Handy-Dienst allerdings nicht selbst, sondern kooperiert mit dem Charity-Unternehmen Working Assets . Dieses verknüpft Kreditkarten- Festnetz- und Handy-Services mit Spenden für alle möglichen guten Zwecke. Im Mobilfunkbereich nutzt Working Assets dabei die Infrastruktur des US-Netzbetreibers Sprint als sogenannter "virtueller Mobilfunkanbieter" (MVNO). In der Regel werden allerdings nicht zehn sondern nur ein Prozent der Umsätze als Spenden weitergereicht, trotzdem rühmt sich Working Assets seit 1985 bereits 50 Millionen Dollar für gemeinnützige Organisationen gesammelt zu haben.

Hierzulande verfolgt Talkgreener, der als MVNO Vodafone-Dienste vermarktet, seit kurzem den gleichen Ansatz. Talkgreener bezeichnet sich selbst als "einzigen umweltbewussten und karitativen Provider Europas": Fünf Prozent der Gesprächseinnahmen gehen an Öko-Organisationen, außerdem soll für jeden Neukunden ein Baum in Borneo gepflanzt werden.

Gezielte Mobilisierung

Die Dienste von Working Assets und Talkgreener haben allerdings den Nachteil, dass sie die Spenden an viele verschiedene Organisationen verteilen - was durchaus sinnvoll sein kann, aber vielen potentiellen Kunden zu diffus sein dürfte. Mit "Amnesty Wireless" bekommt das Konzept des wohltätigen Konsums dagegen ein klares Profil.

Zudem beschränkt sich Amnesty bei seinem Handy-Dienst nicht darauf, die Spenden einzusammeln: Die Organisation nutzt zudem die monatliche Rechnung, um über aktuelle Fälle zu informieren und zur Mitarbeit auzurufen. Und die kann bei Amnesty auch darin bestehen, Entscheidungsträger am Telefon auf Menschenrechtsbelange aufmerksam zu machen, wofür "Amnesty Wireless"-Nutzern Gratisminuten zur Verfügung gestellt werden.

Sascha Koesch / Fee Magdanz / Robert Stadler