Das Handy als Spickzettel: Mit Google durchs Examen - DER SPIEGEL
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Das Handy als Spickzettel Mit Google durchs Examen

Das zunehmende Funktionsspektrum von Mobiltelefonen bringt auch neue Tücken mit sich. In Großbritannien entfacht derzeit eine Studie zum Gebrauch der mobilen Kleingeräte als Spickzettel bei staatlichen Examensarbeiten die Diskussion.
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Laut einer aktuellen britischen Studie werden bei 25 Prozent aller Mogeleien während Examensarbeiten von den Absolventen mobile Geräte wie Handys und Handhelds verwendet. Studenten und Schüler benutzen beispielsweise ihre Mobiltelefone, um sich Fragen von Freunden per SMS beantworten zu lassen oder direkt im Internet zu recherchieren. Demnach haben sich bei 4.500 registrierten "Schummelfällen" während staatlicher Examen im Jahr 2005 rund 1.100 Kandidaten mit ihren Handys unerlaubte Vorteile verschafft.

"Mobile Technologien machen den Diebstahl geistigen Eigentums und ähnlicher Aktivitäten während Examensarbeiten oft überhaupt erst möglich," erklärt dazu Professor Jean Underwood von der Trent Universität in Nottingham, die die Studie im Auftrag der "Qualifications and Curriculum Agency" durchgeführt hat.

Schummeln verhindert Chancengleichheit

Underwood weist im weiteren darauf hin, dass durch die Entwicklung auch die Chancengleichheit unter den Absolventen leidet: So hätten Studenten in kleineren Examensräumen, die von aufmerksamen Mitarbeitern überwacht werden können, im Gegensatz zu Absolventen in größeren Testzentren, weniger Möglichkeiten, mobile Geräte zum Mogeln zu benutzen.

Als denkbare Gegenmaßnahmen führt die Studie beispielsweise Scanner mit Metalldetektoren auf, die an den Eingängen der Klassenräume installiert werden könnten, um die Studenten an der Mitnahme von Mobilgeräten zu hindern. Dazu wird der Einsatz eines speziellen High-Tech-Anstrichs in den Prüfungsräumen vorgeschlagen, den die Firma "Natural Nano" entwickelt hat, und der in der Lage ist, eingehende und ausgehende Handysignale zu blockieren.

Regulierungsbehörde gegen High-Tech-Farbe

Doch obwohl Maßnahmen wie der Anstrich mit "Natural Nano" bei staatlichen Examen beispielsweise in Südkorea bereits angewendet werden, dürften sie britischen Studenten bis auf weiteres erspart bleiben. Bisher verbietet die britische Telekom-Regulierungsbehörde Ofcom den Einsatz der Spezialfarbe.

Professoren in Großbritannien müssen sich daher wohl auch weiterhin vor allem auf die klassischen Aufsichtsmethoden verlassen - vielleicht sollten sie aber auch einfach während der Examen Appelle an den Gerechtigkeitssinn ihrer Studenten per SMS verschicken.

Sascha Koesch / Fee Magdanz / Robert Stadler