Elektroschrott Handy mit Selbstzerstörung
Seit dem 24. März diesen Jahres dürfen Geräte wie Waschmaschinen, Fernseher, Computer oder Mobiltelefone nicht mehr im Hausmüll landen. Stattdessen müssen sie getrennt nach fünf Produktgruppen an eigens eingerichteten Sammelstellen abgegeben werden.
Damit wird eine EU-Richtlinie umgesetzt, die das Recycling von Elektroschrott vorschreibt. Neugeräte müssen dementsprechend mit einem Symbol (durchgestrichene Mülltonne) gekennzeichnet werden, das die Verbraucher auf das neue System hinweist.
Für die Einrichtung der Sammelstellen sind die Kommunen zuständig, für das fachgerechte Recycling allerdings die Hersteller, die wiederum die anfallenden Mehrkosten mittels höherer Preise an die Verbraucher weiterreichen dürfen.
Selbstzerstörungsmechanismus
Wenn die Altgeräte erst einmal eingesammelt sind, stellt sich bei vielen Produkten allerdings ein gravierendes Problem: Sie lassen sich einfach nicht mit vertretbarem Aufwand in ihre Komponenten zerlegen. Vor allem kleine und komplexe Geräte werden daher oft einfach geschreddert und anschließend weiterverarbeitet - bei diesem Prozess fällt aber ein großer Teil Sondermüll an.
Nokia arbeitet daher nach eigenen Angaben derzeit an Handys, die sich unter gezielter Hitzeeinwirkung durch einen Laser wie von selbst zerlegen, wobei die verschieden zu behandelnden Baugruppen wie Batterie, Display, Platine und Plastikhülle so aufgebaut sind, dass sie anschließend relativ einfach in jeweils speziellen Verfahren weiterverarbeitet werden können.
Obacht im Sommer
Das Verfahren, das Nokia aktuell in Zusammenarbeit mit der Universität von Helsinki und der finnischen Uhrmacherschule entwickelt, basiert auf Hitzeeinwirkung durch Laser, mit Temperaturen zwischen 60 und 150 Grad.
Wenn der Zerlegungsprozess bei niedrigeren Temperaturen eingeleitet würde, würden die Handys, beispielsweise im sommerlich aufgeheizten Auto, auseinanderfallen. Bei höheren Werten würde schlicht die Plastikhülle schmelzen.
Sascha Koesch / Robert Stadler, de-bug.de