Freischalttricks iPhone-Update schon geknackt
Eigentlich wollten sie ihren Hack erst veröffentlichen, wenn Apple seine iPhone-Entwicklersoftware, das sogenannte SDK, veröffentlicht hat. Doch offenbar war der Druck der Anwender so groß, dass sich verschiedene Hackergruppen entschlossen haben, ihre bereits fertigen iPhone-Hacks jetzt schon freizugeben. Damit sollen nun auch Apple-Handys auf denen die neuste Betriebssoftware mit der Versionsnummer 1.1.3 installiert ist, ohne den Segen von Apple und seinen Vertriebspartnern genutzt werden können.
Diese Nachricht dürfte eine Menge iPhone-User erfreuen. Denn Berechnungen von Gene Munster, Analyst der Marktforschungsfirma Piper Jaffray, zufolge, wird jedes vierte iPhone ohne iPhone-Mobilfunkvertrag genutzt. Während der US-iPhone-Anbieter AT&T nur Millionen iPhone-Verträge abgeschlossen haben will, meldet Apple 3,7 Millionen verkaufte Geräte. In Europa, so rechnet Munster vor, seien aber bisher nur rund 350.000 verkauft worden, 70.000 davon in Deutschland. Etwa 512.000 Exemplare vermutet der Analyst noch unverkauft im Handel. Bleiben rund 835.000 iPhones, die ohne Telefonvertrag Abnehmer fanden.
Um diese Handys nutzen zu können, müssen ihre Software-Sperren umgangen werden. Die dafür notwendigen Programme liefern Hackergruppen aus aller Welt, indem sie Sicherheitslücken in der Betriebssoftware aufspüren - die Apple mit dem nächsten Software-Update schließt. Um die Anwender dazu zu bringen, die Updates auch tatsächlich zu installieren, werden sie mit einigen neuen Funktionen garniert. So etwa im jüngsten Update mit Verbesserungen bei Google Maps und der Möglichkeit SMS-Nachrichten an Gruppen zu versenden.
Zwei Wochen waren genug
Doch hat das ewige Katz-und-Maus-Spiel zwischen Apple und den Hackern dieses Mal nur kurz gedauert. Keine zwei Wochen brauchten die Programmierer, um neue Lücken aufzuspüren und auszunutzen. Allerdings gibt es dabei immer noch gravierende Probleme, insbesondere bei der Lokalisierung der Geräte. Am meisten Schwierigkeiten bereiten den Anwendern jedoch die vielen Arbeitsschritte, die notwendig sind, um das iPhone zu entsperren.
Das sich nicht jeder iPhone-Nutzer diese komplizierte Prozedur zumuten will oder zutraut, haben auch etliche Geschäftemacher erkannt. Sie bieten an, iPhones gegen Gebühr freizuschalten, bieten dafür eigene Softwaretools an. Garantien gewähren sie jedoch nicht, verweisen darauf, dass man die Prozedur auf eigene Gefahr durchführt. Falls dabei also etwas schiefgeht, steht man im Regen.
Preiskampf der Unlock-Anbieter
Das scheinen sich mittlerweile auch die potentiellen Kunden zu denken. Denn die Anbieter solcher iPhone-Unlocks liefern sich derzeit einen Preiskrieg, versuchen offenbar, mit Dumping-Preisen doch noch ein paar Kunden gewinnen zu können. Doch die werden wohl erst dann zu dem Kommerzfreischalter zurückkehren, wenn auch die Methoden anbieten können, um auch die aktuelle Apple-Software freizuschalten.
Doch damit werden sie sich beeilen müssen. Für Februar hat Apple die Veröffentlichung der iPhone-Entwicklersoftware angekündigt. Als sehr wahrscheinlich gilt, dass zeitgleich ein neues iPhone-Update veröffentlicht wird. Das wird es dann nicht nur ermöglichen, neue Programme auf das iPhone zu kopieren, sondern auch die neuesten Sicherheitslücken schließen - und die Hacker müssen wieder von vorn anfangen.
mak