Garantieausfall: Handysensor registriert Wasserschäden - DER SPIEGEL
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Garantieausfall Handysensor registriert Wasserschäden

Feuchtigkeits-Sensoren sind zum Standard in Mobiltelefonen geworden, was kaum jemand weiß. Von der Farbe des kleinen Kontrollpunktes im Akku-Fach hängt die Gültigkeit der Garantie ab. Schweiß oder Kodenswasser werden aber auch verdächtigt, Fehlanalysen auszulösen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Dass Mobiltelefone permanent mit neuen Funktionen ausgestattet werden, wird vom durchschnittlichen Nutzer wahrscheinlich als Naturgesetz betrachtet, genau wie das Marketing-Getöse, mit dem die Hersteller ihre jeweils neuesten technischen Errungenschaften anpreisen. Dass sich die Aufrüstung auch ganz diskret im Stillen abspielen kann, ist dagegen eine echte Überraschung auf dem kurzatmigen Handy-Markt.

Die Tatsache, dass in fast allen aktuellen Modellen ein oder mehrere Sensoren überwachen, ob das Gerät schon einmal starker Feuchtigkeit ausgesetzt war, dürfte eine solche Überraschung sein: Die simplen Kontroll-Sticker haben etwa die Größe von Konfetti, das mit dem Bürolocher hergestellt wurde. Sie dürften Handy-Besitzern so gut wie nie auffallen, was auch daran liegt, dass sie in vielen Geräten an kaum einsehbarer Stelle auf der Platine kleben. Nur bei einigen Handys sind sie recht prominent im Batteriefach platziert.

Wichtig werden die Feuchtigkeits-Sensoren in der Regel nur, wenn das Telefon als Garantiefall reklamiert wird. Wenn das Handy einem Vollbad oder einer ordentlichen Regendusche ausgesetzt war, verfärben die Punkte sich nämlich auffällig rosa, und die Garantie wird hinfällig.

Kein Garantiefall

Soweit jedenfalls die Theorie. In einschlägigen Foren werden allerdings immer wieder Fälle diskutiert, in denen angeblich Schweiß oder sogar Kondenswasser nach einem Temperatursturz Sensoren verfärbt haben sollen. Kürzlich berichtete auch die US-Zeitung "Boston Globe" von zwei fragwürdigen Fällen. Unterdessen versichern die Hersteller, dass die Sensoren bewährt und extrem zuverlässig seien: "Das müsste schon ein wahrer Schweißbach sein," kommentierte Thomas Whitley von LG Mobile. Motorola-Sprecher Alan Buddendeck schloss auch Kondenswasser als Ursache für das Ansprechen der Kontrollpunkte kategorisch aus, und erläuterte dass sein Unternehmen in die meisten Handys sogar zwei Sensoren einbaut.

Drei Tage Trockenzeit

Auf eBay findet sich unterdessen nur eine mittlerweile beendete "Liquid-Indicator"-Auktion . Der Feuchtigkeits-Sensor wird als "Ersatzteil" bezeichnet und sollte 39,90 Dollar kosten. Unklar ist dabei derzeit, ob das magere Angebot in einem Bereich, in dem sonst jedes austauschbare Einzelteil munter gehandelt wird, in der Unwissenheit betrugswilliger Kunden, oder in der strengen Kontrolle der Produzenten begründet liegt.

Aber auch ehrliche Pechvögel haben nach einem Handy-Vollbad noch Chancen auf eine glückliche Rettung ihres Gadgets, sie müssen allerdings schnell reagieren und anschließend sehr viel Geduld aufbringen. Oft überstehen Mobiltelefone nämlich sogar einige Sekunden unter Wasser, wenn der Akku danach umgehend entfernt wird, und man es für einige Tage - ohne SIM-Karte - etwa in der Abluft eines Röhrenmonitors richtig gründlich trocknet .

Sascha Koesch/Fee Magdanz/Robert Stadler

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