Hardware-Häppchen: MP3-Player mit Telefon - DER SPIEGEL
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Hardware-Häppchen MP3-Player mit Telefon

...ist das neueste Handy-Modell des japanischen Konzerns NTT DoCoMo. Statt wie Motorola auf die Anbindung an einen proprietären Shop wie iTunes zu setzen, bedient das "F902iS" die Kopierschutzstandards von "mehr als 100 Shops" - Microsoft macht's möglich.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Was Yoshiaki Maeda, Chef der Multimedia-Services-Abteilung beim japanischen Mobilriesen NTT DoCoMo, am Donnerstag in Tokio vorstellte, ist aus mehreren Gründen bemerkenswert. Die Marketingabteilung des Mobilkonzerns hatte sich für das Handy unter anderem die Bezeichnung "3,5 G" ausgedacht, als Hinweis darauf, dass das F902iS zu den ersten Modellen gehört, die den ultraschnellen Datenübertragungsstandard HSDPA bedient.

Bis zu 3,6 MB soll man damit pro Sekunde herunterladen können, und in Japan ist das auch nicht mehr lange Zukunftsmusik: Bereits im Sommer 2006 soll Tokio flächendeckend mit HSDPA versorgt sein, 70 Prozent des Landes sollen dann bis Ende März 2007 breitbandig-mobil online sein.

Was man mit dieser Bandbreite anfangen soll, konnten die DoCoMo-Marketer auch erklären: Multimediales Entertainment herunterladen zum Beispiel. Die Chaku-Uta-Services führender japanischer Medienhäuser mit Videoclips, News und mehr kennen DoCoMo-Kunden bereits. Neu ist hingegen eine Kooperation mit Microsoft, die für eine echte Premiere sorgt: Als erstes Handy überhaupt verfügt das DoCoMo-Modell über "Windows Media Digital Rights Management 10 for Portable Devices" (WMDRM-PD).

Hinter diesem Namensmonstrum verbirgt sich eine DRM-Software für Windows-Media-Dateien, die dafür sorgt, dass das F902iS nicht nur wie üblich kopierschutzfreie MP3- oder WMA-Dateien abspielen kann, sondern auch die in diversen Shops gekauften. Und anders als Motorola setzen Microsoft und DoCoMo nicht auf die Anbindung an einen proprietären Shop wie Apples iTunes, sondern auf die Bedienung möglichst vieler verschiedener DRM-Verschlüsselungen. So soll WMDRM-PD es möglich machen, die Sounddateien aus "mehr als 100 Shops" hörbar zu machen (und natürlich von CD "gerippte" Sounds). Angekündigt ist zudem Kompatibilität zu Windows-Video-Standards.

Jetzt fehlt nur noch die Verbindung zwischen den beiden prominenten Features: Wie beim "iTunes-Handy" kann auch das DoCoMo-Modell nicht direkt aus Onlineshops herunterladen, sondern ist auf die Zwischenstation PC angewiesen: Von dort werden die gekauften und geschützten Songs auf das Handy herübergeladen, das vom DRM als ganz normales "mobile Device" interpretiert wird - als MP3-Player, wenn man so will.

pat

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