iPhone: Tempolimit für Viel-Surfer - DER SPIEGEL
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iPhone Tempolimit für Viel-Surfer

Noch mal 25 Euro extra und eine Datenbremse für Viel-Surfer: Die nur kurz im Web aufgetauchten offiziellen iPhone-Tarife sorgen für Unmut bei Apple-Fans. Dabei waren die bisherigen Informationen nur unvollständig.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Wer dachte, zu den iPhone-Tarifen von T-Mobile sei schon alles bekannt, wird heute eines anderen belehrt. Nur kurz tauchte am Montagnachmittag eine Tarifübersicht auf den iPhone-Seiten der Telekom-Tochter auf. Doch das reichte schon aus, um etliche iPhone-Aspiranten zu erzürnen.

Denn, zusätzlich zu den bereits bekannten Monatsgebühren in Höhe von 49, 69 oder 89 Euro berechnet T-Mobile noch eine einmalige Bereitstellungsgebühr in Höhe von 25 Euro. Für welche Dienstleistung genau diese Gebühr erhoben wird, ist unklar. Immerhin aber lassen sich damit jetzt runde Summen addieren, die Kauf und Betrieb eines iPhone innerhalb der zweijährigen Mindestvertragslaufzeit mindestens betragen.

Im günstigsten Fall, also wenn man den 49-Euro-Tarif "Complete M" wählt, sind das 1600 Euro. In der Luxus-Variante "Complete XL" hingegen werden insgesamt 2560 Euro fällig - aber damit war zu rechnen.

Tempobremse

Was jedoch wirklich für Unmut sorgt, ist T-Mobiles Umgang mit dem übertragenen Datenvolumen. Während nämlich in der Tarif-Tabelle in der Zeile "W-LAN/EDGE-Nutzung" zu lesen ist, diese sei "in allen Tarifen inklusive", lohnt sich ein Blick in die daran angehängte Fußnote.

Die klärt darüber auf, dass die Bandbreite "ab einem Datenvolumen von 200 MB (Complete M), 1 GB (Complete L) oder 5 GB (Complete XL) pro Monat" auf 64 Kilobit pro Sekunde im Download beziehungsweise 16 Kilobit pro Sekunde im Upload beschränkt wird. Das ist nur ein Viertel der sonst im T-Mobile-Edge-Netz möglichen 220 Kilobit pro Sekunde.

In den Foren verschiedener Mac-Seiten toben nun die Nutzer. Äußerungen wie "die Geschwindigkeitsdrosselung kann ja wohl nur ein schlechter Scherz sein" oder "die Reglementierung auf 200 MB ist schon mehr als lächerlich" gehören zu den harmloseren Botschaften in Richtung T-Mobile. Andere wollen gleich Konsequenzen ziehen. So etwa der Nutzer "Dominik" im Forum des fscklog für den "unter diesen Bedingungen die Schmerzgrenze definitiv überschritten [ist]".

Freies Surfen im W-Lan

Dabei sind die iPhone-Enthusiasten einer unklaren Formulierung zum Opfer gefallen. Denn wie T-Mobile-Pressesprecher Alexander von Schmettow SPIEGEL ONLINE bestätigte, gelten die Geschwindigkeitsbegrenzungen nur im Edge-Netz. An den rund 8000 W-Lan-Hotspots des Konzerns wird man mit dem iPhone jedoch jederzeit ohne Speed Limit mit dem iPhone surfen können.

Wer diese Hotspots eifrig nutzt, wird die 200 Megabyte Datenvolumen des günstigsten iPhone-Vertrags freilich schnell sprengen. Ein Aufruf der Startseite von SPIEGEL ONLINE beispielsweise entsprach heute Nachmittag etwa 570 Kilobyte Daten, die zu übertragen waren. Umgerechnet würde der 49-Euro-Tarif also rund 350 Seitenabrufe pro Monat erlauben. Dann hätte man allerdings außer Überschriften noch kaum etwas gelesen. Wer aber tiefer in eine Website eintaucht, Artikel liest, zu anderen Seiten springt und wieder zur Ursprungseite zurückkehrt, dürfte mit 200 Megabyte Datenvolumen schnell an die Grenzen stoßen.

Die goldene Mitte

Will man zudem unterwegs Musik aus Apples iTunes Wifi Store kaufen oder womöglich YouTube-Videos gucken, hat man gleich verloren, steht womöglich schon lange vor Monatsende ohne freies Datenvolumen da und muss bis Monatsende im Kriechgang durch das Edge-Netz surfen oder nach W-Lan-Hotspots Ausschau halten. Eine Option, zusätzliches Datenvolumen zu erwerben oder "überzogene" Megabytes extra zu bezahlen, ist nicht vorgesehen.

Dementsprechend dürfte der mittlere Preisplan "Complete L", der 200 Inklusivminuten sowie ein Datenvolumen von einem Gigabyte bietet, für viele iPhone-Fans den goldenen Mittelweg darstellen - allerdings zu höheren Kosten, als von vielen erhofft.