Jugend und Handys: EU studiert Generation SMS - DER SPIEGEL
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Jugend und Handys EU studiert Generation SMS

Rätselhafte SMS-Codes oder Gewaltvideos - viele Eltern sorgen sich über das, was ihre Sprösslinge am Mobiltelefon treiben. Jetzt will die EU-Kommission die Handynutzung von Jugendlichen gründlich untersuchen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Fast die Hälfte aller Kinder in Deutschland zwischen sechs und 13 Jahren besitzt bereits ein Handy, in der folgenden Altersgruppe bis 19 sind Mobiltelefon-Abstinenzler eine kleine Randgruppe (8 Prozent).

Und die Kinder und Jugendlichen sind nicht nur einfach fleißige Handy-Nutzer, Medienforscher werden dieser Tage nicht müde zu betonen, dass die Kids die Mobilkommunikation als ihr ureigenes Medium betrachten: E-Mails haftet demnach der Geruch von Arbeit und Schule an, während SMS mit Freizeit und Freunden assoziiert wird.

Nimmt man das aus der erwachsenen Perspektive merkwürdige Verhalten der Jugendlichen in Sachen Klingeltöne und Handyfilmchen dazu, ist das Maß an Unverständnis voll und unweigerlich wird der Ruf nach Kontroll-Maßnahmen laut - wie häufig, wenn Erwachsene nicht verstehen, was der Nachwuchs da mit Hingabe treibt.

Folgerichtig macht sich auch die EU-Kommission Sorgen und hat daher am Dienstag eine öffentliche Befragung gestartet : Dabei sind alle EU-Bürger, die etwas zum Thema zu sagen haben, aufgefordert, mögliche Gefahren und Risiken beim jugendlichen Umgang mit Handys kundzutun.

Maßnahmen vielleicht später

Neben dem Handy als Schuldenfalle stehen bei Befragung vor allem die gängigen Jugendschutzthemen auf der Agenda, also der mögliche Zugang zu Pornografie und Gewaltdarstellungen via Handy. Dazu kommt aber auch - ganz auf der Linie des Handy-Banns an bayerischen Schulen -, die Gefahr durch Gewaltvideos, die Jugendlichen selbst produzieren.

Nach der Befragung könnten gesetzliche Maßnahmen der EU-Kommission folgen. Angesichts des eher gemächlichen Tempos der Brüsseler Exekutive laufen diese dann womöglich ins Leere, da die technische und kulturelle Entwicklung bis dahin schon wieder zu neuen, für viele Erwachsene noch unverständlicheren Ufern aufgebrochen sein wird.

Sascha Koesch / Robert Stadler, de-bug.de

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