Mobile Multimediaabspieler Gepimpte PMP
Wer ein Fan der ständig verfügbaren Reizüberflutung ist, hat sich schon längst einen zugelegt. Die sogenannten Personal Media Player oder kurz PMPs funktionieren wie ein Schweizer Taschenmesser der Medienwelt: Fotos, Videos, Musik, Spiele und neuerdings auch Fernsehen gehören in ihr Repertoire.
In der Lücke zwischen Handys, Kameras und Navigationsgeräten haben sich die Alleskönner immer mehr etabliert. Apples iPod Touch hat den Standard gesetzt, wie ein mobiler Mediaplayer funktionieren sollte.
Auf der Internationalen Funkausstellung (Ifa) in Berlin liefern sich gleich mehrere Firmen einen Kampf um die Aufmerksamkeit möglicher Alternativen.
Musik, Fotos, Spiele, Filme -SPIEGEL ONLINE stellt die interessantesten Personal Media Player vor.
iRiver Spinn
Ginge es nur um Äußerlichkeiten, wäre dem Spinn von der koreanischen Firma Iriver alle Aufmerksamkeit sicher. In der kreisrunden Dose seiner Verpackung erwartet man eher ein luxuriöses Kosmetikprodukt, das Gerät selbst könnte mit seiner Aluminiumoptik und der klaren Formensprache auch von einem Bauhaus-Schüler stammen.
Dabei liegt der eigentliche Clou dieses mit 70 Gramm extrem leichten PMP in seiner Steuerung, die aus einer Kombination des drehbaren Zylinders auf der rechten Seite sowie einem 16:9-Touchscreen besteht. Ähnlich wie beim Touchwheel des iPod hat man die Navigation durch die zehn oberen Menüpunkte schon nach wenigen Sekunden begriffen und scrollt durch das umfangreiche Angebot aus Musik, Fotos, Video, einfachen Flashgames, Radiofunktion, eingebautem Mikrofon, Text-Reader und sogar einem DVB-T-Empfänger für digitales Fernsehen.
Die Datenübertragung zum PC erfolgt via Bluetooth oder über ein USB-Datenkabel; maximal bietet der Spinn bis zu 16 Gigabyte Speicherplatz. Das farbintensive Display bietet mit einer Auflösung von 480 x 272 Bildpunkten allerdings gerade bei Videos eine eher durchschnittliche Bildqualität. Bei der weiteren Bedienung stellt man fest, dass der eher unergonomisch angebrachte "Zurück"-Taster nur durch ein umgreifen des Fingers erreichbar wird. Nachbesserungsbedarf besteht auch bei der Anbindung von Mac-Anwendern, da die Verbindungssoftware nur für PCs erhältlich ist. Das 8-Gigabyte-Modell soll voraussichtlich um die 250 Euro kosten.
Iriver Halle 15.1 Stand 106
LG Electronics T80
Neben seinem DVB-T-Handy zeigt der koreanische Elektronikhersteller LG Electronics auf der Ifa auch einen eher unscheinbar wirkenden Mediaplayer mit dem Titel T80. Dessen Stärke ist das digitale Antennenfernsehen, da die anderen Medienangebote wie Musik, Videos, Radio und Bilder bei gerade mal vier Gigabyte Speicherplatz schnell erschöpft sind.
Der knapp acht Zentimeter breite TFT-Touchscreen mit 16:9-Darstellung hat mit 400 x 240 Bildpunkten eine nicht gerade üppige Bildschirmauflösung, zeigt aber dennoch ein gestochen scharfes TV-Bild, von dem man auch Standbildaufnahmen machen kann. Der mit 80 Gramm angenehm leichte PMP (Apples iPod Touch bringt 120 Gramm auf die Waage) kann man in der Hängematte oder auf dem Sofa auch mal länger in einer Hand halten. Ähnlich wie der vergleichbar große Iriver Spinn besitzt auch der T80 leider keinen eigenen Lautsprecher, so dass man immer auf Kopfhörer oder zusätzliche Boxen angewiesen ist. Das bereits jetzt erhältliche Modell soll 299 Euro kosten.
LG Electronics Halle 11.2 Stand 101
Creative Zen X-Fi
Die Firma Creative hat in den letzten Jahren eine Menge Erfahrungen mit ihren MP3-Playern gemacht und der bereits etablierte Typenname Zen wird nun durch das Kürzel X-Fi ergänzt. Dahinter verbirgt sich eine Sound-Technologie, die klangreduzierte MP3-Dateien "aufmöbelt" und im Klangspektrum nachträglich erweitert.
Dabei verliehen die Entwickler diesem PMP einige Features, die man in der täglichen Bedienung schnell nicht mehr missen will. Neben dem praktischen eingebauten Lautsprecher, Diktier- und Radiofunktion sowie einem SD-Kartensteckplatz kann man Dank W-Lan-Anbindung kabellos Musik, Fotos oder Videos mit dem PC synchronisieren. Bei einer Speicherkapazität von bis zu 32 Gigabyte besteht kaum Mangel an genügend Auswahl. Auch die mitgelieferten Ohrhörer liegen etwas über dem sonstigen Durchschnitt, was bei einem Preis ab 170 Euro für das 16-Gigabyte-Modell andere Anbieter in ihrer Kalkulation sicherlich etwas schwitzen lässt.
Creative Halle 17 Stand 118
Philips GoGear SA52
Bereits seit Juni ist Philips' neuer PMP erhältlich und kommt rein optisch dem Konkurrenten iPod Touch noch am nächsten. Das mit Bluetooth-Schnittstelle ausgerüstete Spitzenmodell SA5285BT hat acht Gigabyte Speicherplatz und bietet ähnlich wie der Player von Creative ein Klangverbesserungssystem, was bei den Niederländern auf den schlichten Namen FullSound getauft wurde.
Die Miterfinder der CD zeigen sich bei der technischen Ausstattung des Players allerdings weniger innovativ, da es abseits eines einfachen LCD-Displays mit 320 x 240 Bildpunkten und einem Preis von 170 Euro nur wenig Grund für Herzrasen gibt. Dafür ist erwähnenswert, dass Philips das Gerät ohne Bleiverlötung herstellt.
Philips Halle 22 Stand 101
Sony PSP 3000 & Rolly
Neben der Funktion als mobile Spielkonsole bringt das ab dem 15. Oktober erhältliche Modell PSP 3000 von Sony einen ganz eigenen Mehrwert mit sich. Neben dem nun integrierten Mikrofon und einer leichten Entspiegelung der Bildschirmoberfläche wurde dem Gerät aus Japan ein deutlich farbintensiveres Display eingebaut. Der große Widescreen schlägt dann in seiner Wirkung immer noch alle vergleichbaren Modelle.
Abseits vom Grundpreis von 199 Euro kann der PSP 3000 über einen Zusatzadapter noch ein GPS-Navigationsgerät hinzugefügt werden. W-Lan und Bluetooth sind ebenfalls vorhanden und über den internen Speicher-Slot sind Speichererweiterungen nur wenig Grenzen gesetzt. Geblieben ist leider das eher tote UMD-Laufwerk, das man außer für die Spiele und vereinzelte Filme kaum benutzt.
Eine ausgesprochen ungewöhnliche Art von MP3-Player ist der nun auch in Europa erhältliche Rolly, bei dem man sich auf den ersten Blick nicht sicher ist, ob es ein Scherzartikel oder die vielleicht genialste Jukebox überhaupt ist.
Mit eingebauten Boxen und Elektromotor tänzelt das in schwarzer oder weißer Farbe erhältliche Modell zur Musik aus zwei Gigabyte Speicher. Per PC und einer Steuerungssoftware kann der Rolly mit eigenen Choreografien programmiert werden. Einen Bildschirm hat der 350 Euro teure Roll-Player allerdings nicht und muss deswegen eher als Unikat unter den PMPs geführt werden.
Sony Halle 4.2 Stand 101