Mobile Spiele: Milliardengeschäft mit Handygames - DER SPIEGEL
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Mobile Spiele Milliardengeschäft mit Handygames

Während die Spieler-Welt nach Leipzig schaut und sich auf die nächsten Hightech-Konsolen freut, verkündete der Branchenverband Bitkom in Berlin Sensationszahlen für die ganz kleinen Spielgeräte: Mit Handyspielen werden inzwischen Milliarden verdient.
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Handy- und Online-Spiele werden immer beliebter: Lag der Umsatz mit diesen Produkten im Jahr 2000 nur knapp über Null, betrug er im vergangenen Jahr bereits 4,2 Milliarden Euro, wie der Bundesverband Informationswirtschaft Bitkom am Montag bekannt gab. In diesem Jahr wird ein Umsatz von sechs Milliarden Euro erwartet.

Im letzten Jahr entfielen etwa 1,7 Milliarden auf das Handy-Gaming und 2,5 Milliarden Euro auf das Online-Gaming, sagte Bitkom-Präsidiumsmitglied Manfred Gerdes. Für beide Märkte gelte gleichermaßen, dass es sich nicht mehr um ein reines Jugendphänomen handele. Bei den Handyspielern sei schon jetzt jeder dritte Käufer über 30 Jahre alt. Eine ähnliche Entwicklung werde für das Online-Gaming erwartet. Das Spielen auf dem Handy sei auch keine reine Männerdomäne mehr. "Mehr als ein Drittel aller mobilen Downloads werden von Frauen getätigt", sagte Gerdes.

Europa halte am Weltmarkt beim Handy-Gaming einen Anteil von knapp einem Viertel. "Die Europäer werden sich 2006 Spiele im Gesamtwert von mehr als 600 Millionen Euro auf ihre Handys herunterladen, sagte Gerdes. "Im vergangenen Jahr waren es knapp 430 Millionen Euro." Die Deutschen würden für 15 Millionen Spieledownloads etwa 54 Millionen Euro ausgeben. Das entspreche etwa knapp zehn Prozent des europäischen Markts. Hier sei Großbritannien führend.

Die meisten Spiele kommen den Angaben zufolge direkt über ein WAP-Portal aufs Handy. Der Anteil unter allen Vertriebswegen liege bei knapp 70 Prozent. Abgeschlagen folgten das Internet und die Bestellung per SMS. Am beliebtesten seien beim Download komplexe Strategiespiele. In Deutschland seien die Preise stabil und pendelten um die Marke von vier Euro pro Spiel, sagte Gerdes.

Allein beim Spielen im Internet werde weltweit für dieses Jahr ein Umsatz von 3,4 Milliarden Euro erwartet. Die Einnahmen speisen sich laut Gerdes aus Mitgliedschaftsgebühren, Download-Gebühren und der Vermarktung von Werbung im Umfeld von Spielen.

Gerdes begründete das erwartete Wachstum mit der weiteren Verbreitung von PCs. Bis 2008 habe jeder zweite Deutsche einen Computer. Gleichzeitig verfügten die Spielekonsolen durchgängig über "intelligente Internetanbindungen". Auch die Verfügbarkeit von Breitbandanschlüssen nehme zu. Seien es 2002 noch 3,3 Millionen gewesen, werde dieses Jahr die Zahl von 14 Millionen Anschlüsse erreicht. Damit sei es unter anderem möglich, Spiele schneller herunterzuladen.

Am Mittwoch wird in Leipzig die Computerspielemesse Games Convention (GC) eröffnet. Sie gilt als Europas führende Branchenmesse und neben der E3 in Los Angeles als wichtigste Veranstaltung der Branche weltweit. Die GC richtet sich sowohl an Fachleute wie auch an Konsumenten. In diesem Jahr werden rund 150.000 Besucher in Leipzig erwartet.

Von Holger Mehlig, AP