Mobile World Congress: Nokia verpasst sein eigenes Highlight - DER SPIEGEL
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Mobile World Congress Nokia verpasst sein eigenes Highlight

Zwei Durchschnittstelefone, zwei Businesshandys und ein Onlineshop: Viel mehr schien Nokia auf der wichtigsten Handymesse des Jahres nicht im Gepäck zu haben. Dabei gab es noch ein Multimedia-Highlight zu zeigen - doch das wurde zuerst ganz woanders gesichtet.
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Die Pressekonferenz der Finnen war proppenvoll, wurde vom Messegelände in Barcelona live ins Web übertragen. Große Überraschungen aber hatten die Chefs des weltgrößten Handyherstellers nicht zu verkünden. Zwei wenig aufregende Mittelklasse-Mobiltelefone, zwei Smartphones für Business-Anwender und ein Onlineshop für Handysoftware, der längst erwartet wurde. Ein echtes Highlight aber verpasste Nokia am ersten Messetag. Das wurde erst einen Tag später und zuerst in Singapur veröffentlicht.

Gemeint ist das N86 8MP, Nokias neues Multimedia-Flaggschiff. Mit 8-Megapixel-Kamera, Videoaufzeichnung und einem Hightech-OLED-Bildschirm, hätte es sich auf dem Messegelände bestens gegen die Multimediahandy-Konkurrenz aus Asien durchsetzen können. Stattdessen aber versuchte Nokia alle Aufmerksamkeit auf den Ovi Store  zu lenken, jenen Downloadshop, in dem Nokia-Kunden künftig Zusatzsoftware für ihr Handy bekommen können.

Immerhin: Was auf den ersten Blick aussieht wie eine Kopie von Apples App Store für das iPhone hat doch einige ganz eigene Funktionen. Aus Nokias Sicht ist dabei das sogenannte Social Shopping am wichtigsten. Mit Hilfe von GPS-Daten und Informationen über die soziale Vernetzung des Anwenders sollen auf die jeweiligen Vorlieben zugeschnittene Inhalte angeboten werden. Ob und wie gut das klappt wird man freilich erst im Mai erfahren, wenn der Ovi Store seine Pforten öffnet.

Das flachste Smartphone

Einige Monate früher, nämlich ab März, soll man sich mit dem E75, einem vor allem auf E-Mail-Nutzung ausgelegten Handy vertraut machen können. Mit dem E75 führt Nokia eine neue Benutzeroberfläche ein, die speziell für das Abarbeiten elektronischer Nachrichten konzipiert wurde. Um das zu vereinfachen, wurde unter dem Display eine herausschiebbare Tastatur integriert.

Auf eine solche Eingabehilfe muss man beim E55 verzichten. Dafür bietet es andere Vorzüge. So verspricht Nokia eine Standby-Zeit von nicht weniger als 28 Tagen. Wer wenig telefoniert muss mit dem Gerät also nur einmal pro Monat an die Steckdose. Ohnehin dürfte das E55 ein Gerät werden, bei dem man sich gelegentlich fragt, wo es denn bloß geblieben ist. Laut Nokia ist es das dünnste Smartphone der Welt.

Navigation in der Mittelklasse

Weniger dünn, dafür umso weitsichtiger, sollen die beiden neuen Mittelklasse-Handys sein, die in Barcelona vorgestellt wurden. Als 6710 Navigator und 6720 Classic bezeichnet besetzen sie die Position klassischer Durchschnittshandys. Das 6720 weist als einziges herausragendes Ausstattungsmerkmal einen TV-Ausgang auf, über den man seine Kamerahandy-Schnappschüsse auf dem Fernseher anschauen kann.

Beim Navi-Handy 6710 sieht das anders aus, schon, weil es inklusive einer Halterung für die Windschutzscheibe geliefert wird. Um den Einstieg in die Navigation zu vereinfachen wurde eine Navigator-Taste eingebaut, die per Knopfdruck Nokia Maps startet. Zudem gibt es jetzt eine Zoomleiste, die hilft, den angezeigten Kartenausschnitt zu vergrößern oder zu verkleinern.

Begeisterungsstürme können solche Produkte nicht auslösen. Die hätte Nokia eher mit dem N97 ernten können. Touchscreen, Aufschiebetastatur, sämtliche aktuellen Drahtlostechnologien, reichlich Speicher, GPS und N-Gage-Spiele machen das schicke Multimedia-Mobiltelefon nicht nur zum Chef-Handy, sondern auch zum Objekt der Begierde für junge Käufer, die mit ihrem Handy alles Mögliche anfangen wollen, bloß nicht telefonieren.

Aber ausgerechnet das N97 hatte Nokia-Präsident Olli-Pekka Kallasvuo schon Anfang Dezember vorgestellt - in Barcelona.

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