Mobiles Internet: Domain sucht Inhalt - DER SPIEGEL
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Mobiles Internet Domain sucht Inhalt

Technisch steht der mobilen Internetnutzung eigentlich nichts mehr im Weg: Mit Flatrate und aktuellem Handy-Modell kommt das Web schon heute aufs Handy-Display. Gängige Websites sind für dieses Format allerdings reichlich sperrig, die .mobi-Domain soll Abhilfe schaffen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Um auf mobilen Geräten durchs Internet zu surfen, ist entweder viel Geduld und Fingerakrobatik gefragt, weil die Seiten eben nicht für Monitore im Handy-Format entworfen wurden, oder aber der Rückgriff auf Services, die die Inhalte entsprechend aufbereiten. Massentauglichkeit dürfte so wohl nicht ereicht werden, weshalb das Internet-Gremium Icann letztes Jahr die Einführung von Adressen mit der Endung ".mobi" beschlossen hat, unter der sich Seiten finden sollen, die dezidiert fürs mobile Surfen konfiguriert wurden.

Die Vergabe der .mobi-Domains läuft derzeit, aktuell können sich die Inhaber von Markennamen und eingetragenen Warenzeichen die dazu gehörenden Adressen sichern, und ab dem 26. diesen Monats steht die Anmeldung allen Interessierten offen.

Umsetzung weiter unklar

Ob sich das Konzept eines gesonderten Adressraumes fürs mobile Internet durchsetzt, hängt natürlich davon ab, was unter der speziellen Konfiguration verstanden wird, also welche Inhalte sich unter den .mobi-Domains wirklich finden lassen werden.

Und man sollte meinen, dass die Organisation, die die .mobi-Domains verwaltet und sich "Mobile Top Level Domain" (mTLD) nennt, eigentlich genug Wissen um die Anforderungen ans mobile Surfen mitbringt: Zu den mTLD-Eignern gehören unter anderen die GSM Association, Nokia, T-Mobile, Ericsson, Google, Hutchison, Microsoft, Samsung und Vodafone.

Das mobile Ökosystem

Trotz seiner prominenten Mitglieder scheint es bei mTLD eine gewisse Ratlosigkeit zu geben, wie genau Internet-Seiten für Handys oder PDAs aussehen sollen. Jedenfalls wurde jetzt ein beratendes Gremium ins Leben gerufen, das der mTLD "Augen und Ohren" im "mobilen Internet-Ökosystem" sein soll.

In der ".mobi Advisory Group" (MAG) sollen demnach alle interessierten Firmen und Organisationen über die konkrete Ausformung des mobilen Netzes diskutieren und die Ergebnisse der mTLD zu Verfügung stellen. Wer mitreden will, muss allerdings zunächst einmal tief in die Tasche greifen: Für die volle MAG-Mitgliedschaft werden 4.995 Dollar im Jahr fällig, ein Beobachterstatus kostet immer noch 295 Dollar.

Sascha Koesch / Fee Magdanz / Robert Stadler